Zwischen Salat und Kalbsrücken fand im Strandcafé ein kleiner politischer Schlagabtausch statt. Oberbürgermeister Martin Staab hatte zum Radolfzeller Kirsch geladen, einem zwanglosen Treffen für alle Oberbürgermeister, Bürgermeister – und jetzt auch mit einer Rathauschefin, Vera Schraner aus Büsingen, aus dem Landkreis Konstanz. Auch dabei Landrat Zeno Danner. Dieser freute sich anfänglich über die Möglichkeit zum Austausch mit den Bürgermeistern: „So viel wie heute Abend haben wir die letzten anderthalb Jahr nicht geredet.“

Diskussion um die Kreisumlage

Doch nutze Staab auch die Gelegenheit, seinen Unmut über die erhöhte Kreisabgabe kundzutun. „Die Erhöhung der Kreisumlage kam zu einer Unzeit“, so Staab. Radolfzell habe während der Pandemie Einnahmen erhöhen, also auch Gebühren für Bürger anheben müssen. Das Verständnis für höhere Kita-Gebühren sei nicht so groß, wenn das Geld am Ende nur in der Kreiskasse lande. Der Landrat versicherte, dass der Landkreis das Geld zum Beispiel in die Krankenhäuser und das neu entstehende Berufsschulzentrum stecke und nicht einfach auf der Bank bunkere.

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Gleichzeitig lobte er den Umgang der Kommunen mit der Corona-Pandemie und das Personal im Gesundheitsverbund. „Alle sind so motiviert durch diese Zeit gekommen“, hob der Landrat hervor. Auch machte Zeno Danner seine Prioritäten in Sachen Bahnverkehr deutlich: „Ich bin gegen keine der anderen Bähnle, aber am wichtigsten ist die Bodenseegürtelbahn.“

Nachdem in Singen eines der ersten Kreisimpfzentren im Land eröffnet hatte, werde es nun auch wieder – ebenfalls als einer der ersten – wieder schließen, informierte der Landrat. Die mobilen Impfteams seien zwar ein riesiger Aufwand, aber nur so würde man jetzt noch die Menschen erreichen. Zum Abschluss, nach dem Kirschauflauf, ergriff der Engener Bürgermeister Johannes Moser das Wort. Er beschwor auf ein Neues den Korpsgeist der Bürgermeister: „Wir Kommunen sind nicht das Problem, sondern wir sind die Lösung.“