Wie in vielen anderen gastronomisch ausgerichteten Betrieben ruht derzeit die Arbeit im Bora-Hotel und der angeschlossenen Bora-Sauna. Doch halt! – bei genauerem Hinsehen wirken auf dem Gelände im Radofzellerl Herzenareal einige Menschen. Vorrangig handelt es sich dabei um jüngere Personen, die tatkräftig rund um und in den Gebäuden tätig sind. Die beiden Betriebe nutzen die Zeit der Schließung, um die Einrichtungen wie beim Frühjahrsputz wieder auf Vordermann zu bringen. „Wir machen das, was im Moment fast alle Menschen auch zu Hause machen. Wir räumen auf, machen sauber und pflegen alles“, sagt Inhaber Bernd Schuler.

Dabei können nun auch Arbeiten erledigt werden, die sonst zu Saisonbeginn niemals möglich wären. „Für manche Dinge hätten wir den Betrieb teilweise drei, vier Tage schließen müssen. Nun können wir alles in Ruhe erledigen“, sagt Schuler. Dazu gehören zum Beispiel Wartungsarbeiten am eigenen Blockheizkraftwerk, die Klimaanlage in der Sauna und viele andere kleine Dinge.

Im Außenbereich der Sauna hat Bernd Schuler sogar eigens einen Fachbetrieb angeheuert, der sonst den Rasen auf Golfanlagen pflegt. „Wir haben hier 60 Tonnen Quarzsand ausbringen lassen, lässt er wissen. Derzeit wird wie bei einer Inventur praktisch jedes kleine Teil umgedreht und bei Bedarf gereinigt, ersetzt oder repariert. So haben die letzten verbleibenden Mitarbeiter zum Beispiel die Saunabänke abgeschliffen.

Abwechslung für die Saunameister Maik Brandenburg (rechts) und Daniel Potthast. Sie reinigen die Außenterrasse der Bora-Sauna.
Abwechslung für die Saunameister Maik Brandenburg (rechts) und Daniel Potthast. Sie reinigen die Außenterrasse der Bora-Sauna. | Bild: Jarausch, Gerald

An anderer Stelle freuen sich die beiden Saunameister Maik Brandenburg und Daniel Potthast über etwas Abwechslung vom beruflichen Alltag. Sie reinigen mit einem Hochdruckreiniger den Terrassenbereich in der Sauna. „Das ist mal etwas anderes“, stellt Maik Brandburg in diesem Zusammenhang fest. Er gehört zu den wenigen der insgesamt rund 150 Beschäftigten innerhalb der beiden Bora-Betriebe, die noch regulär einer Arbeit nachgehen können.

Es sind vor allem die zwölf Auszubildenden im Hotel, Restaurant und der Sauna, die derzeit noch ihre volle Arbeitszeit absolvieren. „Da kann man jetzt auch mal Dinge zeigen, für die sonst wenig Zeit ist“, sagt Bernd Schuler. Alle anderen Mitarbeiter musste der Inhaber und Geschäftsführer in Kurzarbeit schicken.

Inhaber hofft auf Ende der Schließung im Mai

Ganz wohl ist ihm dabei nicht. „Das ist für manche ein echtes Problem. Mit 60 bis 67 Prozent des Einkommens können nicht alle ihre Rechnungen bezahlen. Das tut schon weh“, sagt er. In echter Not sind seine Betriebe aktuell noch nicht. „Ohne die Banken und Behörden wäre das aber nicht möglich“, lässt er wissen. Dementsprechend hofft Bernd Schuler, dass sich die Lage in wenigen Wochen etwas entspannt. „Ich hoffe, dass es ab Mai wieder losgeht“, sagt er. Schon jetzt ist klar, dass seine Betriebe in diesem Jahr nicht wirtschaftlich arbeiten können. „Wir schreiben dieses Jahr eh rote Zahlen“, blickt er voraus.

Schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb

Echte Langzeitfolgen erwartet er dennoch nicht, wie er auf Nachfrage sagt. Für die Gäste, die bei Wiederaufnahme des Betriebs das Hotel, Restaurant oder die Sauna besuchen, stellt Bernd Schuler immerhin in Aussicht, dass sie sich auf ein besonders schönes Ambiente freuen dürfen. „Die dann kommen, haben praktisch ein neues Hotel und eine neue Sauna vor sich“, verspricht er.

Allerdings geht Bernd Schuler davon aus, dass ein Wiedereintritt in den Normalbetrieb nur schrittweise möglich ist. „Am Anfang wird es wahrscheinlich nur mit Beschränkungen gehen“, glaubt der Bora-Inhaber.

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