Es ist der dritte Scheck in Höhe von 100.000 Euro, den der Münsterbauverein seit seiner Gründung vor 13 Jahren der Pfarrei St. Radolt für die Sanierung des Radolfzeller Münsters überreichen konnte. In der jüngsten Hauptversammlung im Friedrich-Werber-Haus nahm Pfarrer Heinz Vogel den Scheck vom Vorsitzenden des Vereins, Helmut Villinger, entgegen. Seit seiner Gründung 2008 konnte der Münsterbauverein rund 570.000 Euro an Spenden sowie aus den Erlösen kreativer Geschäftsideen erwirtschaften.

„Dem Verein geht es trotz der Corona-Krise gut“, so Helmut Villinger im Gespräch mit dem SÜDKURIER: Natürlich habe es bessere Zeiten vor Corona gegeben, räumte er ein: Doch sei der Verein mit dem Geschäftsergebnis aus dem Vorjahr zufrieden. Überraschenderweise seien ganz aktuell an einem einzigen Tag zehn neue Mitgliedsanträge eingegangen: „Das hatten wir noch nie“, so Villinger. Der Verein zählt nun 209 Fördermitglieder.

Zwei potenzielle Verkaufsschlager

Der Münsterbauverein erwirtschaftete 2020 ein Überschuss von 24.000 Euro. Das ist etwa die Hälfte des Überschusses 2019. Überschüsse erzielte der Verein für gewöhnlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, aber auch aus Konzerten und Verkäufen bei Veranstaltungen. Dieses Mal konnten lediglich eine öffentliche Kirchturm-Begehung und ein Orgelkonzert des Münsterkantors Andreas Jetter als Veranstaltungen zum Jahreserlös beitragen.

Aus dem Pool der kreativen Ideen kamen zwei potenzielle Verkaufsschlager hinzu: In einer Auflage von 500 Stück gab der Verein vier Sonderbriefmarken mit Reliquien-Motiven heraus. Erhältlich sind sie in Lioba‘s Münsterladen, in der Pfarrei sowie in der Tourist-Information für zehn Euro. Der Differenzbetrag des Briefmarken-Wertblocks fließt als Spende in die Sanierung des Münsters. Fast schon ein Kunstwerk in Wachs ist die kleine und sehr detailreich angefertigte Kerze aus Bienenwachs eines Radolfzeller Schülers, bei dem der Kirchturm des Münsters als Gussform Pate stand. Die Kerze ist in kleiner Stückzahl im Münsterladen erhältlich.