Die Hilfsbereitschaft der Radolfzeller für die Geflüchteten aus der Ukraine ist groß. Wie die Pressesprecherin der Stadt, Nicole Rabanser, mitteilt, sind bis zum Morgen des vergangenen Freitags mehr als 73.100 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen, das die Stadtverwaltung eingerichtet hat. Verwendet werden soll es für die Flüchtlinge, die in Radolfzell ankommen und untergebracht werden.

Spenden sollen vielfältig verwendet werden

Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung war die Spendenbereitschaft der Bürger Thema. Wie es in der Sitzungsvorlage heißt, sollen von dem Geld unter anderem Kinderwagen, Spielzeug, Sportartikel, Bücher, Spiele, ein Zugang zu Vereinen für Jugendliche, Sprachkurse, soweit sie nicht gefördert werden, und Medikamente angeschafft werden. Auch für die Tiere der Geflüchteten soll das Geld genutzt werden, genannt wird zum Beispiel die Anschaffung von Futter, Tierarzt und Tragetaschen.

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Bürgermeisterin Monika Laule ergänzte zudem in der Sitzung um einen neuen Verwendungszweck: „Wir wollen die Spenden auch dafür verwenden, dass die Ukraine-Flüchtlinge beim Einkauf im Tafelladen die nächsten Monate finanzielle Unterstützung kriegen, bis die Lebensmittelgutscheine ausgestellt sind.“ Jürgen Keck (FDP) sprach speziell die Anschaffung von Möbeln an. Dass Wohnungen bereit zur Verfügung gestellt werden sei wichtig, aber oftmals fehle es an Mobiliar. „Wenn dahingehend Nachfragen kommen, bitte ich, großzügig mit dem Geld umzugehen“, sagte er deshalb.

212 Ukrainer leben derzeit in Radolfzell

Laut Nicole Rabanser haben sich bis Mitte April 212 Personen aus der Ukraine in Radolfzell angemeldet, darunter 75 Minderjährige – 27 Jugendliche und 48 Kinder bis zwölf Jahre. In Radolfzell lebten zu dem Zeitpunkt 193 Flüchtlinge aus der Ukraine, 19 seien in andere Kommunen umgezogen. Im gesamten Landkreis haben bis Mitte April 1675 Personen aus der Ukraine einen Antrag auf eine Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz gestellt, teilt Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamts, auf SÜDKURIER-Nachfrage mit.