Seit einem Jahr hat das Coronavirus das private und öffentliche Leben in vielen Lebensbereichen fest im Griff und teilweise sogar völlig auf den Kopf gestellt. Der Präventionsrat in Radolfzell möchte von den Kindern aus der Stadt und von der Höri erfahren, wie es ihnen in dieser herausfordernden Zeit geht. Um an die Erfahrungen der Kinder zu kommen, gibt es seit Montag, 15. Februar, eine Umfrage.

Laut einer Pressemitteilung sollen Kinder zwischen acht und 14 Jahren mit einem Fragebogen nach ihrer Situation, ihren Gefühlen und ihrer Meinung befragt werden. In der Umfrage finden sich Fragen zu möglichst vielen Bereichen aus dem Alltag der Kinder, heißt es weiter. Neben dem Thema Homeschooling gebe es auch über private Themen bisher keine zuverlässigen Erhebungen. Gerade, ob die Kinder zu Hause überhaupt die Möglichkeit haben, in Ruhe zu lernen, stehe offen.

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Eine weitere Frage sei, mit welcher Technik die Kinder von ihren Familien ausgestattet wurden. „Das Projekt ist ein Experiment, in dem die Kinder im Fokus stehen sollen. Ab Mitte März sollen die Ergebnisse dann von einem Experten-Team aus Psychologen und Sonderpädagogen ausgewertet und vorgestellt werden“, sagt Susann Göhler-Krekosch, Vorsitzende des Präventionsrates Radolfzell.

Dabei gilt: Umso mehr Kinder an der Umfrage mitmachen, desto mehr Informationen kann das Team des Präventionsrates auswerten. Teilnehmen können sie anonym und freiwillig noch bis zum 8. März. Die Schüler können ihren ausgedruckten und fertig ausgefüllten Fragebogen in einem Umschlag in den Briefkasten des Rathauses werfen. Der Präventionsrat bittet darum, den Umschlag entsprechend mit dem Wort „Kinderbefragung“ zu beschriften, damit die Angestellten sofort Bescheid wissen.

Hilfe bei Schwierigkeiten

Die Mitarbeiter des Kinderkulturzentrums Lollipop, des Café Connects und der Kinderwohnung helfen außerdem bei Schwierigkeiten, den Fragebogen auszufüllen und auszudrucken. Die Fragebögen sollen zusätzlich über den Gesamtelternbeirat an die Eltern verteilt werden und eine zusätzliche E-Mail über die Möglichkeit der Teilnahme informieren. Die Umfrage kann auch direkt über einen Link oder QR-Code auf der städtischen Internetseite online beantwortet werden.

Von der Umfrage erhofft sich der Präventionsrat Erkenntnisse darüber, welche Maßnahmen jetzt und in Zukunft ergriffen werden müssen, damit sich Kinder in einer Krise wohler fühlen. „Das Ziel der Befragung ist es auch, Erwachsene aufzuklären und ihnen zu zeigen, wo Kinder mehr Unterstützung brauchen“, erklärt die Vorsitzende. Das Projekt sei in guter Team-Arbeit entstanden.

An der Entwicklung des Fragebogens beteiligen sich neben dem Präventionsrat auch Vertreter des Jugendgemeinderates, des Kinderkulturzentrums Lollipop, des Café Connects, der Kinderwohnung, der Elternschaft und weitere Freiwillige. Susann Göhler-Krekosch merkt abschließend an: „Wir freuen uns über eine rege Beteiligung und sind gespannt auf die Antworten der Kinder.“

Der Fragebogen findet sich auf der städtischen Internetseite unter: www.radolfzell.de/präventionsrat