Wer mit Gestaltung am Computer zu tun hat, kommt an Matthias Hennig aus Böhringen kaum vorbei: Er schult darin, mit Bildgestaltung, Illustration, Layout, also mit dem Werkzeug Software sicher umzugehen. Dafür gibt er Kompakt-, Intensiv- oder Aufbaukurse. Aber er bietet auch Individualkurse an, um zum Beispiel Broschüren herstellen zu können.

Absage von Dozenten-Stellen in der Pandemie

In der ersten Phase der Pandemie hatte Matthias Hennig nach eigenen Angaben drei konkrete Zusagen für solche Kurse, die er als Dozent von Volkshochschulen in Konstanz und Tuttlingen sowie für Schulungsanbieter in Stuttgart leitet. Die mussten dann ersatzlos abgesagt werden.

Confusion landscape: Ein Beispiel der Zentangle-Zeichnungen von Matthias Hennig
Confusion landscape: Ein Beispiel der Zentangle-Zeichnungen von Matthias Hennig | Bild: Veronika Pantel

Immerhin stellte man sie später um auf Online-Kurse, aber das rief keine große Begeisterung hervor: „Man sprach wie gegen eine Wand und spürte keine Reaktionen von den Beteiligten“, beschreibt Hennig die unbefriedigende Situation.

Corona-Hilfe und wie es weiterging

Wegen der finanziellen Einbußen hatte Matthias Hennig die Corona-Hilfe beantragt und auch sofort bekommen. Später seien die Kurse dann wieder auf Präsenz-Unterricht umgestellt worden – mit Distanz und Maske.

Schon vor der Pandemie hatte Hennig einen Kurs für die Online Schule für Gestaltung in Lippstadt entwickelt, wie man mit der Software Illustrator umgeht, um Grafiken optimal digital umzusetzen. Am liebsten versetzt sich Hennig in die Menschen, die ohne Vorwissen starten und unterschiedliche Begabungen und Zielsetzungen mitbringen.

„Das lief gut, aber in zu geringem Umfang, davon konnte man nicht leben.“ Der Kurs laufe noch, aber nun leider ohne ihn. Denn eine schwere Krankheit warf ihn aus der Bahn. Ein halbes Jahr lang musste er in der Klinik verbringen.

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Klinikaufenthalt trifft ihn hart

Das traf den Grafik-Designer, der in Krefeld studierte und in Immenstaad seine erste Stelle am Bodensee antrat, hart. Schon seit 1982 machte er Entwürfe für Unternehmen, die Online-Auftritte anbieten wollten. Etwa für Bausparkassen, Computerfirmen, das ZDF oder Banken.

Anfangs geschah das händisch: Auf Pixelbögen wurden die Entwürfe erstellt und Pixel für Pixel in den Computer übertragen. Aber mit dieser Erfahrung aus zehn Jahren konnte Hennig um 1990 nichts mehr anfangen: Layout am Computer waren Realität geworden.

Floating: Ein Beispiel der Zentangle-Zeichnungen von Matthias Hennig
Floating: Ein Beispiel der Zentangle-Zeichnungen von Matthias Hennig | Bild: Veronika Pantel

Hennig macht viel mit dem Computer

Auch für seine Pattern-Designs, also Muster für Tapeten, Stoffe oder andere Oberflächendesigns, nutzt Hennig den Computer. Um den organischen Fluss zu erreichen, arbeitet er oft auch mit Handzeichnungen. So werden etwa Elemente vektorisiert und mehrfach gespiegelt, um Muster im Rapport zu erhalten.

„Das entspricht meiner Liebe zu Mustern“, gesteht Matthias Hennig, der oft Australien bereiste und sich von der Kunst der Aborigines zum Dot-Painting (Punktmalerei) anregen ließ. Für die Firma patterndesigns.com mit Sitz in Österreich ist er seit einigen Jahren als Pattern-Designer tätig und erhält vom Verkauf der Muster eine Provision.

Pattern Designs von Matthias Hennig
Pattern Designs von Matthias Hennig | Bild: Veronika Pantel

Daneben findet er Entspannung in der Zentangle-Kunst, wo freie grafische Formen entstehen: Aus Mustern von Punkten, Linien, Kurven und Kreisen schafft er fantasievolle Strukturen. „Das ist für mich wie Meditation“, sagt Hennig, für den Kunst und Computer keine Gegensätze sind.

Im Herbst sind wieder Kurse geplant

Wie es weitergeht? Erst einmal muss Matthias Hennig wieder ganz gesund werden. Aber für den Herbst hat er bereits wieder Kurse vereinbart. Bleibt zu hoffen, dass sie zustande kommen und Corona keinen Strich durch die Rechnung macht.

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