Die erste Woche Fernunterricht ist gemeistert. Doch nicht alle Familien mit zwei, drei oder mehr Kindern haben genügend technische Geräte zur Verfügung, damit alle gleichzeitig am Onlineunterricht teilnehmen können. Auf Initiative des Elternbeirats am Friedrich-Hecker-Gymnasium (FHG) kam eine private Hilfsaktion unter Eltern zustande. Mehrere Familien verliehen Laptops an andere Familien.

Der Markt gibt nichts mehr her

Nach dem ersten Lockdown konnten Schulen den Bedarf an Leihgeräten anmelden. Doch bereits vor Weihnachten war klar, dass nicht alle bestellten Notebooks geliefert werden konnten. „Dafür kann niemand etwas“, erläutert Karin Chluba, Elternbeiratsvorsitzende am FHG, „der Markt war leer gefegt, weil viele Schulen Geräte bestellt haben.“ Zusätzlich zu der Anzahl der Leihgeräte, die das Gymnasium erhalten hat, wurden nun, nachdem die Schulen ein zweites Mal geschlossen sind, Laptops, die normalerweise für den Unterricht in der Schule benutzt werden, ausgeliehen. Doch auch das erforderte einige Vorbereitungszeit.

Zunächst müssen Programme installiert werden

Ein Techniklehrer musste die für den Fernunterricht nötigen Programme auf jedem Gerät installieren. Die immer wieder wechselnden und teils sehr kurzfristig kommunizierten Maßgaben in der Pandemie umzusetzen, sei nicht leicht für die Lehrer und die Schulgemeinschaft, sagt Schulleiterin Ulrike Heller: „Dass wir Fernunterricht organisieren sollen, war eine völlig neue Information für uns“, berichtet Heller weiter, „bis dato war stets von Wechselunterricht die Rede.“

Familien verleihen ihre Geräte

Trotz aller Bemühungen reichte die Anzahl an Leihgeräten, die der Schule zur Verfügung standen, nicht aus. Im Elternbeirat kam die Idee auf, ob der Schule private Leihgeräte zur Verfügung gestellt werden könnten, sagt Karin Chluba. Da die Hürden in Bezug auf die Versicherung der Geräte und die Wahrung des Datenschutzes hoch seien, kam dieser Vorschlag nicht in Frage. Stattdessen erklärten sich mehrere Familien zu einem unkomplizierten privaten Verleih ihrer Geräte bereit. Karin Chluba hat die Kontakte vermittelt. Alles Weitere hätten die Familien privat untereinander geregelt.

Beeindruckt von der Hilfsbereitschaft

Von der spontanen Hilfsbereitschaft zeigt sie sich sehr beeindruckt: „Ich finde es sensationell, dass diese Familien Personen, die sie nicht kannten, so unterstützen.“ Ihres Wissens seien nun alle Familien, die einen Bedarf angemeldet hatten, mit Notebooks versorgt. Zwei Geräte könnten sogar noch verliehen werden, falls eine Familie doch noch Geräte benötige. Ulrike Heller wertet die Arbeit des Elternbeirats als eine große Unterstützung in der Krise.

Dank an die Eltern

Auch anderen Eltern dankt sie: „Die zahlreichen Zuschriften und Hilfsangebote haben mir viel Kraft gegeben.“ Das deckt sich mit Chlubas Eindruck von den Eltern: „Bei mir kommen so gut wie keine Klagen an. Die Eltern zeigen sich sehr geduldig in dieser Krise.“

Schulleiterin wünscht sich mehr Verlässlichkeit

Mittlerweile wurde entschieden, dass es bis mindestens zum 31. Januar beim Fernunterricht bleibt. Für die Zeit danach wünscht sich die Schulleiterin, dass nicht von Woche zu Woche entschieden wird, wie der Unterricht weiter gestaltet werden soll. Um Unterrichtsabläufe besser planen zu können, sei es wünschenswert, verlässliche Konzepte zu haben, nach denen die Art des Unterrichts geregelt wird.

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Eine klarere Perspektive gäbe es zum Beispiel, wenn die Höhe der Fallzahlen ausschlaggebend dafür wäre, ab wann Präsenzunterricht, wann Wechsel- oder Fernunterricht stattfinden soll. Wie auch immer es weitergehe, es solle in jedem Fall konsequent nach Stundenplan unterrichtet werden. Denn, so sieht es Heller: „Für Lehrer und Schüler ist es wichtig, nach einer festen Struktur und einem geregelten Rhythmus arbeiten zu können.“