Um sich von den Problemen im Radolfzeller Ortsteil Güttingen ein fundiertes Bild machen zu können, ist der amtierende Oberbürgermeister Martin Staab jetzt im Rahmen des OB-Wahlkampfs dort vorstellig geworden. Es galt die Wünsche und Anregungen der Güttinger Bürger aufzunehmen, um diese in Zukunft angehen zu können.

Gleichzeitig nutzten die 15 Teilnehmer des Termins den Anlass, um ihre persönlichen Fragen an den Amtsinhaber zu stellen und Wünsche zu äußern. Als wichtigste Themen während des rund zweistündigen Spaziergangs durch den Radolfzeller Ortsteil kristallisierten sich Punkte, die in der Mehrzahl auch in den anderen Ortsteilen Radolfzells als Gesprächsstoff getaugt hätten.

Ortsdurchfahrt als Gefahrenzone

So ging es in Güttingen vor allem um Dinge wie Verkehr, und hier vor allem auch um Öffentliche Verkehrsmittel, um Wohnbebauung sowie eine zu geringe Anzahl an Kindergartenplätzen in der bestehenden Einrichtung.

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So konnte Martin Staab unter anderem erfahren, dass viele Güttinger nicht zufrieden sind mit der verkehrlichen Situation in der Ortsdurchfahrt – vor allem auf der Badener Straße. Parkende Fahrzeuge als auch eine zum Teil ungünstige Wegführung sorgten hier immer wieder für gefährliche Situationen im Straßenverkehr, sagen sie.

Ohnehin stören sich die Bürger an Einwohnern, die trotz eines Stellplatzes die Straße als Parkraum nutzen. Immerhin konnte Ortsvorsteher Martin Aichem verkünden, dass dort demnächst eine Testphase von einem Jahr starte, die für Verbesserungen sorgen soll.

Zu wenig Platz für die Kinder

Wie auch in anderen Ortsteilen wünschen sich die Güttinger eine bessere ÖPNV-Anbindung. Konkret forderten sie unter anderem eine Haltestelle am Netto-Markt, der sich am Ortseingang befindet.

Echte Zusagen konnte Martin Staab hier nicht machen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf eine Neuvergabe der Buslizenzen, aus der sich Verbesserungen ergeben könnten. Am Kindergarten erfuhr der OB, dass hier dringend mehr Raum notwendig ist, um auch die kleinsten Kinder besser betreuen zu können. Hier konnte er darauf verweisen, dass die Erweiterung ganz oben auf der Agenda der Stadt stehe.

Güttinger waren nicht laut genug

Und zum Schluss der Ortsbegehung stand einmal mehr die Gemeindescheuer an. Um endlich voranzukommen mit dem Gebäude, riet Martin Staab den Bürgern, sich noch mehr Gehör zu verschaffen und die voraussichtlichen Kosten von 1,3 Millionen Euro möglichst zu reduzieren.

„Die anderen“ – damit meinte Staab die anderen Ortsteile von Radolfzell – „waren etwas lauter“, war seine Einschätzung, warum das Projekt auch nach mehreren Jahren nicht ins Laufen gekommen ist. Zudem würde es eine Gruppe oder ein Verein, der die Federführung dabei übernimmt, es den Gemeinderäten leichter machen, sich für das Projekt auszusprechen – so seine abschließende Einschätzung.