Richtig viel Abwechslung und etliche Musikstile bot jetzt das dreitätige Seefestival unter dem Motto „Neue Ufer“. Insgesamt 14 Künstler und Formationen spielten auf der Bühne am Konzertsegel und zeigten, dass es auch in der Musikstadt Radolfzell mehr als nur Blasmusik gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Den Auftakt machte der Freitag mit vier verschiedenen Akteuren und Bands, die unter der Rubrik Singer/Songwriter zusammengefasst werden können. Festivaltypisch startete der Tag am Nachmittag mit eher bescheidenen Publikumszahlen. Bis zum Abend füllte sich das Gelände jedoch mit über 400 Zuhörern, denen eine Menge geboten wurde. Insgesamt wäre 1000 Besuchern der Eingang unter den aktuellen Rahmenbedingungen Einlass gewährt worden.

So lässt es sich Leben: Das Seefestival-Gelände am Konzertsegel bietet eine einmalige Atmosphäre und lohnt allein schon deshalb einen Besuch.
So lässt es sich Leben: Das Seefestival-Gelände am Konzertsegel bietet eine einmalige Atmosphäre und lohnt allein schon deshalb einen Besuch. | Bild: Jarausch, Gerald

Die Quote von 40 bis 50 Prozent entspricht in etwa dem, was Veranstalter derzeit landauf landab erfahren müssen, wie auch Kulturfachbereichsleiterin Angelique Tracik am Rande des Konzerts verriet. Alle, die den Weg ans Konzertsegel fanden, wurden jedoch nicht enttäuscht. Unter traumhaften äußerlichen Bedingungen sorgten vor allem der Hauptact des Abends, Gregor Meyle und Band für ein schönes Festivalerlebnis. Nicht nur die Zuhörer, auch den Musikern war die Freude über vielleicht eines der ersten Livemusik-Erlebnisse anzumerken.

Gefühlvoll und ausdrucksstark. Gregor Meyle bei seinem Auftritt auf dem Seefestival.
Gefühlvoll und ausdrucksstark. Gregor Meyle bei seinem Auftritt auf dem Seefestival. | Bild: Jarausch, Gerald

Das setzte sich auch am Samstag so fort. Da hatte Organisator Martin Lang vom Kulturbüro eine besonders wilde Mischung an verschiedenen Musikstilen zusammengestellt, was es den Zuhörern nicht unbedingt leicht machte, sich darauf einzustellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Bandbreite erstreckte sich von Indie über Hip Hop bis hin zu Elektro Klimbim. Fünf Künstler und Formationen bestritten den Konzerttag von 15 bis etwa 23 Uhr. Während der Freitag noch als klassisches Sitzkonzert angelegt war, lebte der zweite Tag des Seefestivals von der lockeren Atmosphäre am Konzertsegel. Vereinzelte Liegestühle und viel Platz zum Tanzen vor der Bühne lockte leider nur wenige auf das Gelände.

Beistand von oben? Die Kolchose Soundsystem sorgte am Samstagabend für fette Hip-Hop Beats am Konzertsegel.
Beistand von oben? Die Kolchose Soundsystem sorgte am Samstagabend für fette Hip-Hop Beats am Konzertsegel. | Bild: Jarausch, Gerald

Dabei hätte es sich durchaus gelohnt vorbeizuschauen. Für gerade einmal 19 Euro gab es immerhin fünf Live-Acts zu sehen. Vom klassischen DJ Julian Maier-Hauff über die Indie-Formation Cinemagraph und Solo-Künstler Haller war viel geboten. Richtige Tanzstimmung wollte dann aber erst bei dem Kolchose Soundsystem aufkommen, die das Areal mit fetten Beats in Stimmung brachte.

Dabei handelte es sich fraglos um die bekannteste Formation an diesem Tag, die seit immerhin über einem Vierteljahrhundert dem Hip Hop treu geblieben sind und eine dementsprechend treue Fangemeinde besitzen. Die vier aus Stuttgart angereisten Hip-Hop Veteranen sorgten trotz einsetzendem Regen für echte Festivalstimmung am Konzertsegel.

Schwerer Stand für die Musiker (im Hintergrund Peter Pux) am Nachmittag: Die Besucher des Seefestivals genossen neben der Musik auch die schöne Atmosphäre und das gute Wetter am See.
Schwerer Stand für die Musiker (im Hintergrund Peter Pux) am Nachmittag: Die Besucher des Seefestivals genossen neben der Musik auch die schöne Atmosphäre und das gute Wetter am See. | Bild: Jarausch, Gerald

Diese Aufgabe mussten am Sonntag dann auch die fünf Brass-Bands übernehmen (der SÜDKURIER wird noch berichten), die unter weniger guten Wetterbedingungen ihre Konzerte absolvieren mussten. Allerdings haben sie das größte Publikum angezogen, kein Festivaltag war so gut im Vorverkauf gelaufen wie der Blasmusik-Sonntag mit unter anderem der Froschenkapelle.

Das könnte Sie auch interessieren