Wegen der Corona-Pandemie geht der JGR in diesem Jahr neue Wege, um Jugendliche über die Bewerbung und die Wahl zu informieren: An alle Schulen mit wahlberechtigen Schülern wurde ein Video verschickt, in dem drei Jugendräte erzählen, welche Projekte sie in den vergangenen zwei Jahren durchgeführt haben, was neue Mitglieder erwartet und wie die Wahl abläuft.

Direkter Kontakt fehlt

„Das ist eine neue Situation für uns“, erzählt Carolina Groß, zweite Vorsitzende des Radolfzeller Jugendgemeinderats. Normalerweise stellten die Jugendräte ihre Arbeit einige Wochen vor den Wahlen in den weiterführenden Schulen vor. Der Kontakt zu den Schülern habe stets eine große Rolle gespielt und Jugendliche motiviert, sich für die Wahl aufstellen zu lassen, berichtet Eva-Maria Beller von der Geschäftsstelle des Jugendgemeinderats, die den jungen Leuten beratend zur Seite steht.

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Nun wollen die Jugendräte Carolina Groß, Yannik Probst und Tibo Langner in einem kurzen Video mit dem Titel „Zukunft kann man machen“ vermitteln, dass der Jugendgemeinderat viel für Jugendliche in Radolfzell bewegen kann. Bei einem Spaziergang durch die Stadt zeigen sie die verschiedenen Einsatzbereiche des jungen Gremiums, das in Gemeinderatssitzungen die Interessen der Jugendlichen vertritt, aber auch mit finanzieller Unterstützung der Stadt eigene Ideen umsetzt kann.

Projekte des JGR

Nachdem Jugendliche sich mehr Plätze gewünscht hatten, um sich treffen und feiern zu können, sind in den vergangenen Jahren zwei Hütten und Grillplätze entstanden. Im Herzenbad und im Altbohl wurden die Projekte durch gemeinsame Anstrengungen freiwilliger Helfer realisiert.

Der Jugendgemeinderat suchte aber auch bei Problemen nach möglichen Lösungen. Beispielsweise ist er aktuell mit der Frage befasst, wie Konflikte am Skateplatz gelöst werden könnten. Um kleine Kinder nicht zu gefährden und es erfahrenen Skatern trotzdem zu ermöglichen, in schnellem Tempo zu fahren und Sprünge zu machen, sei über eine Erweiterung des Skateparks nachgedacht worden, berichtet Groß.

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Auch als es im vergangenen Sommer zu Lärmbelästigung im Mettnaupark kam, schaltete sich der Jugendgemeinderat ein und suchte das Gespräch mit Vertretern der Stadt, um zu sehen, wie den Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung getragen werden könnte. Das Video ist zusammen mit einem Brief des Oberbürgermeisters Martin Staab an die jeweiligen Schulleitungen verschickt worden.

„Es macht mega Spaß“

Auf Instagram und Facebook wollen die Jugendlichen zusätzlich Vorstellungsvideos von sich einstellen, um vor allem Jüngeren eventuelle Ängste vor der Mitarbeit in der Gruppe zu nehmen. Yannik Probst erzählt, anfänglich sei er die neue Herausforderung eher schüchtern angegangen. Doch im Laufe der Zeit wachse das Selbstbewusstsein, man bekomme interessante Einblicke in die Arbeit des Gemeinderates, lerne in Sachen Teamarbeit und Organisation viel dazu. „Es macht mega Spaß“, so sein Fazit.

Drei Themen werden den Jugendgemeinderat in seiner neuen Zusammensetzung sicherlich weiter beschäftigen: Eine Umfrage unter 283 Jugendlichen hat ergeben, dass der Wunsch nach einer Räumlichkeit, die man auch in der kalten Jahreszeit aufsuchen und für private Feiern mieten kann, groß ist. Ferner wünschen sich die jungen Leute einen konsequenten Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz. Und auch die Lösung der Probleme am Skaterplatz werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so Carolina Groß.

„Doch natürlich kann ein neuer Jugendgemeinderat auch eigene Ideen und neue Projekte in Angriff nehmen“, fügt Yannik Probst hinzu. In der Umfrage haben 38 Jugendliche angegeben, kandidieren zu wollen. „Wir hoffen, dass sie das alle tun“, meint Groß. Zur Bewerbung und Wahl kommt man unkompliziert per QR-Code.