Nachdem die Corona-Fallzahlen im Kreis Konstanz sich in den Sommermonaten auf einem recht niedrigen Niveau bewegten, steigen sie nun wieder rasant an: Laut Landratsamt waren am Dienstag, 13. Oktober, 79 Personen infiziert, über das Wochenende wurden 32 neue Infektionen gemeldet – „trotz weniger Tests am Wochenende“, wie die Radolfzeller Bürgermeisterin Monika Laule erklärt. Vier der neu infizierten Personen seien aus Radolfzell, insgesamt gabt es dort nach Information der Stadtverwaltung am Dienstag neun Fälle, 22 Personen befanden sich in Quarantäne. Zuvor seien die Zahlen in der Stadt über viele Wochen konstant niedrig gewesen.

Immerhin: Laut Monika Laule ist die Lage in Radolfzell derzeit noch vergleichsweise gut. „Im Vergleich zu Konstanz, Singen und Stockach sind wir kein Fallzahlenschwerpunkt.“ Die Stadtverwaltung gehe aber davon aus, dass die Zahlen ansteigen werden. Dabei werden schon Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Die vorgegebenen Maßnahmen für den Funktionserhalt der Stadtverwaltung werden umgesetzt, so Laule. Personal werde, wo erforderlich und nötig, „sowohl räumlich als auch arbeitszeitlich getrennt“. Wo Kundenkontakte stattfinden müssen, seien Spuckschutzscheiben installiert worden.

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Die Schulen und Kitas haben verschiedene Vorsichtsmaßnahmen getroffen und etwa Maskenpflicht auf dem Schulgelände oder getrennte Pausen und Gruppen eingeführt. Die Kontrolle der Maßnahmen erfolge durch die Schulleitung und die Lehrer, wie der Radolfzeller Krisenstab erklärt. Die Ortspolizei habe dafür keine Kapazitäten und das sei auch nicht nötig: Die Schulen seien hochsensibilisiert, so der Krisenstab.

An den Schulen herrschen bestimmte Regeln.
An den Schulen herrschen bestimmte Regeln. | Bild: Schneider, Anna-Maria

Für den Ernstfall gibt es vorgegebene Abläufe

Was aber, wenn es doch zu Corona-Fällen kommt, gerade in Kitas oder Schulen, wo viele Personen aufeinander treffen? Verdachtsfälle, infizierte Personen oder Kontaktpersonen ersten Grades, die ein höheres Infektionsrisiko haben, müssen laut Krisenstab sofort der Stadtverwaltung gemeldet werden, zudem werde Quarantäne angeordnet und getestet. Mit dem Gesundheitsamt würden weitere Maßnahmen abgestimmt. Entschieden werde dann, ob sich etwa ganze Gruppen oder Klassen in Quarantäne begeben müssen oder ob im schlimmsten Fall ganze Einrichtungen geschlossen werden.

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Die Stadtverwaltung habe zudem anhand der Erfahrungen aus der ersten Jahreshälfte einen Handlungsleitfaden erstellt, der sich an der Zahl der aktuellen Fälle orientiert und entsprechende Maßnahmen definiert, erklärt Monika Laule. Dazu gehören ab mehr als 35 Neuinfektionen innerhalb einer Woche etwa verstärkte Kontrollen des Gemeindevollzugsdienstes in Abstimmung mit der örtlichen Polizei, die Prüfung einer Ausweitung der Maskenpflicht oder Abstandsregeln. Laut Krisenstab könnte zum Beispiel auch über eine erneute Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt entschieden werden. „Ziel ist es, mit frühzeitigen und sich verstärkenden Maßnahmen dafür zu sorgen, dass wir möglichst wenig neue Fälle haben“, so Bürgeremeisterin Laule.

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Problem: Die Fälle müssen auch schnell erkannt werden

Aber: Die Meldungen von neuen Infektionen oder Verdachtsfällen erfolgen laut Krisenstab zwar schnell, allerdings müssen diese erst überhaupt einmal bekannt werden. Zeigen sich erst spät oder gar keine Symptome, könnte eine infizierte Person bereits unbemerkt zahlreiche weitere angesteckt haben. Bisher scheint Radolfzell jedoch Glück gehabt zu haben: Nicht nur scheinen die Zahlen im Vergleich zu anderen Städten noch recht gering, auch in den Schulen, der Stadtverwaltung, dem Pflegeheim zum Heiligen Geist, der Mettnau-Kur und der Stadtwerke GmbH seien bisher keine Fälle aufgetaucht, so Bürgermeisterin Laule. Nur in einem Kindergarten in Markelfingen war es Mitte September zu einem Corona-Fall gekommen – es seien aber keine weiteren Personen angesteckt worden.

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