Nun, eine Zeit für große Partys wird die Fasnacht 2022 in Radolfzell nicht werden. Aber sie geht auch nicht ganz den (Mühle-)Bach runter wie die Fasnet 2021. Doch alles, was den Anschein einer öffentlichen Party erweckt, will die Narrizella Ratoldi bei der Organisation ihrer Termine schon im Vorfeld vermeiden. Denn Partys oder „öffentliche Tanzveranstaltungen“ hat die Landesregierung in ihren Erläuterungen aus Pandemiegründen untersagt. Umzüge hält Narrizella-Präsident Martin Schäuble bei den aktuellen Corona-Regeln in Radolfzell für nicht umsetzbar: „Wir können Umzüge nicht auf einen Ort begrenzen und dann noch alle Zugänge kontrollieren.“

Mini-Fasnet für die Moral

Die Narrizella will sich durch die Corona-Regeln nicht unterkriegen lassen und hat einen Plan für eine Fasnacht im Kleinstformat entworfen. „Nach den Besprechungen im internen Kreis war klar, wir müssen etwas machen, wir brauchen das“, sagt Präsident Schäuble. Ein zweites Jahr hintereinander, an dem in der Fasnachtszeit gar nichts läuft, würde die Moral untergraben.

Sechs Beiträge in der Bütt

Los geht‘s diesen Sonntag, 6. Februar, mit dem „Närrischen Geplauder“ um 10.30 Uhr im Milchwerk. Der Begriff „Frühschoppen“ wird bewusst vermieden, um darauf hinzuweisen, dass es keine Party gibt. Auch ist der Fasnachtsauftakt gemeinsam mit den „Frauen“ geplant. Sonst sind die Geschlechter bei diesem Anlass an zwei Veranstaltungsorten streng getrennt. Sechs Büttenbeiträge seien gemeldet, „nicht nur von Männern“, verspricht Martin Schäuble. 380 Besucher dürfen ins Milchwerk, Voraussetzung ist 2Gplus.

Das könnte Sie auch interessieren

Richtig herb wird es mit der Schmalkost am Hemdglonker-Mittwoch: Nichts geplant, kein Umzug, man darf zuhause das Fenster „anklepperlen“ und auf den Schmutzige Dunschtig (24. Februar) warten. Da plant die Narrizella etwas Fasnet. „Wir gehen wecken und anschließend steht die Schülerbefreiung auf dem Programm“, sagt Schäuble. In gemäßigter Form: „Wir gehen nicht ins Schulgebäude rein, wir machen das vom Hof oder der Straße aus, ganz wie es die Schulen wollen.“ Anschließend stehe die Machtübernahme vor dem Rathaus und am Nachmittag das Narrenbaumaufstellen – ohne Umzug – an. Der Präsident kündigt an: „Es wird eine Art Festgelände sein, mit Absperrungen auf dem Marktplatz.“ Was fehlt, wird wegen Partyverbot die Bewirtung sein. Was in Gaststätten machbar sei, könne er nicht sagen, so Schäuble.

Narrenspiel statt Narrenspiegel vor dem Zunfthaus

Der Fasnetsunntig (27. Februar) verspricht ein besonderer Tag zu werden. Nicht nur wegen des Gottesdiensts mit Narren um 11 Uhr im Münster. Statt des Narrenspiegels plant die Narrizella ein Narrenspiel vor dem Zunfthaus. Zwei Aufführungen sind um 14 Uhr und 16.30 Uhr geplant, etwa 150 Besucher finden regelkonform Platz. Der Vorverkauf sei am 19. und 26. Februar geplant, die Karten kosten zehn Euro das Stück.

Was jetzt für die Fasnacht gilt

  • Fastnachtsveranstaltungen im Freien sind laut Landesregierung zulässig, wenn sie stationär an einem Veranstaltungsort abgehalten werden. Diese Orte müssen abgegrenzt werden können, damit Zugangskontrollen möglich sein. Mit 2G (Geimpft oder genesen) höchstens 50 Prozent der zugelassenen Kapazität, aber nicht mehr als 3000, mit 2Gplus (geboostert, geimpft oder genesen plus getestet) nicht mehr als 6000.
  • Für Fasnachtstermine in Räumen gilt mit 2G höchstens 50 Prozent der zugelassenen Kapazität, aber nicht mehr als 1500 Besucher. Mit 2Gplus höchstens 50 Prozent der zugelassenen Kapazität, aber nicht mehr als 3000 Besucher. Bei mehr als 500 Personen sind nur feste Sitzplätze zulässig.
  • Eine FFP2-Maskenpflicht gilt bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freien. Die Maskenpflicht gilt auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz. Eine Ausnahme bestehe beim Verzehr von Speisen und Getränken sowie beim Tragen einer weitgehend luftdichten Larve (Narrenhäs, Fastnachtsmaske). „Für Teilnehmer besteht während des Auftritts keine Maskenpflicht, sofern dies unzumutbar ist, also beim Gesang oder beim Spielen von Blasmusik“, schreibt die Landesregierung.
  • Öffentliche Fastnachtspartys oder clubähnliche Veranstaltungen sind in den Alarmstufen nicht erlaubt.