An der Herzlichkeit einer Verabschiedung kann man gut ablesen, wie beliebt eine Person in ihrem Arbeitsleben gewesen ist. Das wurde bei der Entlassfeier von Wolfgang Gutmann deutlich. Der Schulleiter der Mettnau-Schule wurde nach acht Jahren in dieser Funktion in den Ruhestand versetzt. Die Art und Atmosphäre der persönlichen Verabschiedung durch seine bisherigen Kollegen zeigte, dass Wolfgang Gutmann ein allseits beliebter Schulleiter war, der sich nicht nur aufopferungsvoll um seine Schule gekümmert hat, sondern auch auf menschlicher Ebene überzeugen konnte.

„Segen für die Schule“

Den offiziellen Teil der Verabschiedung in der Aula der Mettnau-Schule übernahm der leitende Regierungsdirektor Martin Müller, der Gutmann als „einen Segen für die Schule“, bezeichnete. Im Grunde war Wolfgang Gutmann über Umwege an die Führungsposition gekommen. Denn der studierte Diplompsychologe ist als Quereinsteiger in das Schulamt geraten und bereicherte es mit seinem anderen Blickwinkel.

Regierungsdirektor Müller (links) überreicht Wolfgang Gutmann die Danksagung des Ministerpräsidenten.
Regierungsdirektor Müller (links) überreicht Wolfgang Gutmann die Danksagung des Ministerpräsidenten. | Bild: Jarausch, Gerald

Unbekümmert und pragmatisch

Seine mitunter unbekümmerte und pragmatische Herangehensweise nötigte dem Regierungsdirektor Respekt ab. Der zitierte gleich mehrmals das Motto Gutmanns: „Alle sagen das geht nicht – da kam einer, der wusste das nicht und machte es einfach“. Genau diese fast schon jugendliche Sicht auf die Dinge hat Wolfgang Gutmann erfolgreich eingesetzt.

Tiefe Verbundenheit zur Schule

Nach Ansicht seines Dienstvorsitzenden hat er „mit seinem Wirken den Erhalt der Mettnau-Schule gesichert, als deren Bestand einmal ungewiss war“, wie Martin Müller sagte. Ein Grund dürfte aber auch die tiefe Verbundenheit von Wolfgang Gutmann zur Mettnau-Schule gewesen sein. Er selbst war dort einst Schüler. Auch Landrat Zeno Danner war die effektive und herzliche Art des scheidenden Schulleiters mehrmals zu Ohren gekommen. Er sprach deshalb von einer „Mischung aus viel Erfahrung und etwas Lässigkeit“.

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Genau dieser zweiten Fähigkeit wird Wolfgang Gutmann nun öfters frönen können. Dass er das in Teilen auch schon während seiner beruflichen Laufbahn getan hat, wurde ebenfalls bei der Entlassfeier deutlich. Martin Müller sprach in diesem Zusammenhang von Dolce Vita. Gemeint war aber vielmehr die allseits gute Laune des Menschen Wolfgang Gutmann und sein sportlicher Ausgleich neben der Arbeit.

Kollegen loben in Reimen

Die menschlichen Qualitäten des Schulleiters wurden in den Wortmeldungen seiner bisherigen Mitstreiter deutlich. Zum Teil in Vers- und Reimform vorgetragen lobten sie seine menschliche Art, die allen in Zukunft fehlen wird: „Mit dir kann man den Humor gar nicht verlieren – wir werden dich vermissen“, sagte der geschäftsführende Leiter der beruflichen Schulen im Landkreis Konstanz, Martin Pohlmann-Strakhof. Mit seiner emphatischen Art habe Gutmann „immer die richtigen Worte gefunden“. Kein Wunder, dass die Schulleiter und bisherigen Kollegen ihm angesichts solcher Fähigkeiten eine schöne Zukunft wünschten.

Diese wird nach Aussage aller von Aktivitäten geprägt sein. Wolfgang Gutmann wird sich ab dem 1. August vermehrt um sein Hobby Sport kümmern können und mit der Familie Reisen antreten.