Mit Robotertechnik wird derzeit in Böhringen ein Teil des Kanalnetzes saniert. Aktuell sind die Mitarbeiter eines beauftragten Fachunternehmens in der Rickelshauser Straße mit den Arbeiten beschäftigt. Die Dauer der Maßnahme in Böhringen wird auf fünf Wochen geschätzt. In dieser Zeit gilt es, Schäden in den Mischwasserkanälen zu reparieren und zu sanieren.

Risse, Wurzeln, Ablagerungen und Löcher

Erkannt wurden die Schäden bereits vor zwei Jahren, als das Kanalnetz im vorgeschriebenen Zehn-Jahres-Turnus mit einer Kamera abgefahren wurden. Es handelt sich um Risse, eingewachsene Wurzeln, Ablagerungen oder Löcher. „Über viele Jahrzehnte sind zudem noch durch viele nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten weitere Schäden hinzugekommen“, erklärte jetzt der zuständige Ingenieur Rainer Weber vor Ort.

Insgesamt wurde eine Anzahl von rund 100 Schäden auf den insgesamt 2, 7 Kilometer langen Abschnitten erfasst. Das gesamte Böhringer Kanalnetz umfasst rund 18 Kilometer. Mit der modernen Technik, die heute bei derartigen Arbeiten eingesetzt wird, können die Kommunen viel Geld und Missmut der Bürger einsparen. Denn weil dabei die Straße und der Kanal nicht geöffnet werden muss, entfallen Straßensperrungen und zahlreiche kostensintensive Arbeiten.

Wie die Reparatur mit Robertechnik funktioniert

Nach der Erfassung der Schäden mit einer Kamera folgt die Ausbesserung des Kanalrohres mittels Robotertechnik. Dazu wird ein multifunktionaler Roboter in Tonnenform in den Kanal gesetzt. Er kann nicht nur Ablagerungen abfräsen, sondern schadhafte Stellen ausbessern. Dazu werden diese entfernt und anschließend mit einem Epoxidharz dauerhaft wieder verschlossen.

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Bei größeren Schäden kann auf die gleiche Weise ein Schlauchliner eingezogen werden. Dieser funktioniert nach der Fertigstellung wie ein Rohr im Rohr. Dazu wird das Epoxidharz auf der gesamten Rohrinnenseite aufgebracht und mit UV-Licht ausgehärtet. Die Nutzdauer dieser Technik beträgt 50 Jahre. Bei einem Kanalneubau geht man von einer Nutzungsdauer von 100 Jahren aus.

Einsatz auch auf der Mettnau möglich

„Die nächste derartige Maßnahme ist im kommenden Jahr auf der Mettnau geplant“, sagte Gerold Honsel von der Abteilung Tiefbau bei der Stadt Radolfzell. Allerdings hänge dies von einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss und den Finanzen der Stadt Radolfzell ab.

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