Mathias Poensgen ist der neue Vorsitzende des Radolfzeller CDU-Stadtverbands. Er wurde in der Hauptversammlung mit der großen Mehrheit und 19 von 22 Stimmen in das Amt gewählt. Als Vorsitzender wolle er im kommenden Superwahljahr 2021 die Kandidaten der CDU für Landtag, Bundestag und der Radolfzeller Oberbürgermeisterwahl stärken.

Der Vorsitz als Brückenfunktion

Der 57-jährige Rheinländer Poensgen ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und lebt seit über 20 Jahren in Markelfingen. Der gelernte Physiker machte klinische Forschungen beim Konstanzer Altana-Konzern und wechselte zu einer IT-Firma, die Forschungs-Software für pharmazeutische Unternehmen bereitstellt. Seine Aufgabe als Stadtverbandsvorsitzender beschrieb er in der Versammlung als eine Brückenfunktion zwischen der CDU-Fraktion im Gemeinderat, den CDU-Mitgliedern und der Radolfzeller Bevölkerung. Er wolle verstärkt technische Möglichkeiten nutzen, um das öffentliche Meinungsbild in die CDU hineinzutragen.

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Die Suche nach einem neuen Stadtverbandsvorsitzenden war notwendig geworden, nachdem Sabrina Weidlich als Vorsitzende im vergangenen Jahr von ihrem Posten zurückgetreten war. Seitdem führten die drei Stellvertreter Andrea Gnann, Björn Bilidt und Bernhard Diehl die Geschäfte. Björn Bilidt übernahm in der Hauptversammlung den Bericht des Vorstands. Adventsplätzchen für den Tafelladen, eine Holocaust-Gedenkfeier sowie ein Gesprächsforum im Tierheim Radolfzell seien CDU-Aktionen gewesen – dann hätten die Auswirkungen und Maßnahmen der Corona-Pandemie auch den Veranstaltungskalender des Stadtverbands durcheinander gebracht. Via Telefon sei der CDU-Vorstand für die Radolfzeller Bürger während der Pandemie erreichbar gewesen, erläuterte Björn Bilidt. Wobei der Vorstand deutlich mehr Anrufe als in den vorangegangenen Zeiträumen verzeichnet habe.

Bilidt vermisst Mittelmaß

Aus der Bevölkerung habe es Anfragen zur Klinik Seehalde, über städtische Bußgeldverfahren sowie über ein Hebammen-Zentrum gegeben. Auch hätten Bürger ihre Verärgerung über das Aus der Seetorquerung gezeigt. Auf einer der ersten öffentlichen CDU-Veranstaltung „Wo drückt der Schuh?“ entdeckte Bilidt eine Spannung in der öffentlichen Wahrnehmung der Partei. Bürger beschwerten sich darüber, dass die CDU Flüchtlingen in Griechenland nicht helfen wolle. Sie beschwerten sich aber auch darüber, wie eine konservative Partei wie die CDU für eine Überfremdung sorgen könne. „Das Fehlen des Mittelmaßes“ sieht Bilidt als Zeichen dafür, was Thema die Menschen umtreibe: „Auf das muss die Partei noch eine Antwort finden.“

Das Superwahljahr 2021

Mit den Landtags und den Bundestagswahlen sowie der OB-Wahl in Radolfzell stehe dem Stadtverband im nächsten Jahr ein Superwahljahr bevor. Bilidt rief seinen Parteifreunde zu: „Wir müssen uns schlagfertig zeigen, ich bin guter Dinge, dass wir das hinbekommen.“ In den Kommunalwahlkampf 2019 investierte der CDU-Stadtverband rund 18.000 Euro. Für die politische Arbeit außerhalb der Wahlen gab er im vergangenen Jahr 1340 Euro aus, erläuterte Schatzmeister Thomas Gnann. Mit einem guten Polster in der Verbandskasse könne man nächstes Jahr einen kräftigen Wahlkampf führen.

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Auch Levin Eisenmann war Gast in der Hauptversammlung. Der CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Konstanz-Radolfzell hat Karin Vögele, Beisitzerin im Radolfzeller CDU-Stadtverband, als Zweitkandidatin gewinnen können. Für einen Austausch mit Bürgern will sich Eisenmann heute, Montag, 28. September, ab 17 Uhr im Markelfinger Rathaus präsentieren.

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