Vor einem Jahr weihten die Radolfzeller Stadtwerke die Solarthermie-Anlage in Liggeringen ein. Der Geschäftsführer der Stadtwerke und Betreiber der Anlage, Andreas Reinhardt, zog im Liggeringer Ortschaftsrat Bilanz.

Rund 4,3 Millionen Euro investierten die Radolfzeller Stadtwerke in den Bau einer Nahwärmezentrale mit Photovoltaik und regenerativen Energiestoffen. Das sei ein Betrag, den die Radolfzeller Stadtwerke Anfang der 2000er Jahre im gesamten Stadtgebiet an Investitionen ausgegeben hätten, so Reinhardt. Mit dem Bau der Solarthermie-Anlage wurde gleichzeitig die Versorgung der Ortschaft mit Glasfaser und Trinkwasser verbessert. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurden Kanäle, Stromleitungen, Straßen und Gehsteige erneuert. Dafür gab die Stadt weitere 1,4 Millionen Euro aus.

Feierlicher Moment – vor der Corona-Krise: Während der Segenssprechung gaben sich die Besucher der Eröffnungsfeier die Hände. Im Vordergrund stehen (von links) Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Reinhardt, Stadtrat Siegfried Lehmann, Umweltminister Franz Untersteller, OB Martin Staab, Ortsvorsteher Hermann Leiz und MdL Nese Erikli.
Feierlicher Moment – vor der Corona-Krise: Während der Segenssprechung gaben sich die Besucher der Eröffnungsfeier die Hände. Im Vordergrund stehen (von links) Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Reinhardt, Stadtrat Siegfried Lehmann, Umweltminister Franz Untersteller, OB Martin Staab, Ortsvorsteher Hermann Leiz und MdL Nese Erikli. | Bild: Jarausch, Gerald

Bisher schlossen sich 102 Häuser an das Netz der zentralen Wärmeversorgung im Dorf an. Seit einem Jahr versorgen sie sich autark mit regenerativen Energien. Das Leuchtturmprojekt habe viele positive Begleiterscheinungen, die man im Dorf sehen würde, so Ortsvorsteher Hermann Leiz in der Liggeringer Ratssitzung: Die Straßen seien erneuert und das Dorf an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen worden. „Wir waren auf dem richtigen Weg und sind zum richtigen Zeitpunkt fertig geworden“, freute sich Hermann Leiz auch im Hinblick auf potenzielle Mindereinnahmen von Steuern durch die Corona-Pandemie, die die dörflichen Strukturverbesserungen um zehn Jahre hätte verzögern können.

Nach der ersten Heizperiode habe es keine erheblichen Reklamationen gegeben, so Leiz. Die Stadtwerke nahmen während des ersten Winters eine hohe Kundenzufriedenheit wahr, berichtete Andreas Reinhardt. Auch seien keine Beschwerden bei der Wärmeverbrauchsrechnung eingegangen. Neben den bestehenden Anschlüssen seien weitere Anträge durch Bauanfragen hinzugekommen.

Alle Wärmeübergabestationen an das Glasfasernetz angeschlossen

Gerade für Neubauten sei der Anschluss vorteilhaft, weil er die sauberste Lösung sei und die Anforderungen des Gesetzgebers genügen würde, so Reinhardt. Das von der Bundesregierung vorgesehene Emmissionshandelsystem für Wärme und Energie mit der Bepreisung des Kohlendioxid-Ausstoßes werde vorerst und im Gegensatz zu Öl- und Erdgasheizungen kein Thema für Liggeringer Nahwärmekunden sein.

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Alle Wärmeübergabestationen wurden an das Glasfasernetz angeschlossen. In dieser Woche könne an der Liggeringer Torkel ein kostenfreies WLAN mit kleiner Bandbreite angeboten werden, so Reinhardt. Ebenso würden Gespräche für ein WLAN-Netz mit weiterem Hotspot an der Litzelhardthalle geführt. An der Heizzentrale wollen die Stadtwerke weitere Bäume pflanzen sowie eine Blühwiese anlegen. Gemeinsam mit dem Radolfzeller Imkerverein sollen am Heizkraftwerk Bienenstöcke aufgestellt werden, so Reinhardt: Das Kraftwerk auf der Basis von Solarenergie und Holzhackschnitzel mit dem Insektenhotel und Bienenstöcken könne so für den Schulunterricht für den Bereich Nachhaltigkeit genutzt und erlebbar gemacht werden.

Insgesamt 32 Ladestationen

Am Dorfrand und auf dem Gelände des Hofladens von Winfried Keller in der Dettelbachstraße nahmen die Stadtwerke eine weitere Ladesäule für Elektroautos in Betrieb. Damit sei das Angebot für die Elektromobilität in Radolfzell auf insgesamt 32 Ladestationen ausgeweitet worden, so Reinhardt: Das Angebot des E-Carsharing sei während der Corona-Pandemie weniger genutzt worden. Es gelte für Radolfzeller, die den Individualverkehr mit benzin- und dieselbetriebenen Autos vermeiden wollen sowie für Touristen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, aber für Ausflüge das Car-Sharing-Angebot der Stadtwerke nutzen wollen.

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