Durch den erneuten Teil-Lockdown seit Beginn des Monats hat sich auch in den sechs Radolfzeller Ortsteilen das Leben der Menschen verändert. Der SÜDKURIER hat die Ortsvorsteher gefragt, wie sich die verschärften Vorschriften auf die Bürger und auf den Ortschaftsrat auswirken.

Schlecht für die Dorfgemeinschaft

In Radolfzells höchst gelegenen Teilort Liggeringen macht sich der Teil-Lockdown ebenso wie in den anderen fünf Ortsteilen in mehrerlei Hinsicht negativ bemerkbar. Am meisten bedauern die Bewohner die ausbleibenden Kontakte zu ihren Mitmenschen: „Vor allem beklagt man sich, dass man sich nicht mehr treffen kann“, sagt Ortsvorsteher Hermann Leiz. „Für die Dorfgemeinschaft ist das nichts Positives“, stellt er weiter fest. Soziale Kontakte und Gespräche werden weniger.

Aber auch wirtschaftlich trifft es einige Bürger im Ort hart. „Es tut mir in der Seele weh, dass die Gastronomie schließen muss. Der November ist normalerweise ein wichtiger Monat“, führt der Ortsvorsteher aus.

Keine Präsenzsitzung im November

Im eigenen Haus wurden entsprechend der Vorschriften ebenfalls andere Abläufe eingeführt. Nur wer sich zuvor telefonisch im Rathaus angemeldet hat, kann dies später betreten. Viele Anfragen werden derzeit telefonisch erledigt. Ortsvorsteher Leiz selbst arbeitet aktuell etwas häufiger als sonst vom heimischen Schreibtisch aus. „Das habe ich aber immer schon so gemacht“, verrät er.

Während der Ortschaftsrat im Oktober noch eine Präsenzsitzung abhalten konnte, ist diese im November erst einmal gestrichen. Damit alle Gremiumsmitglieder dennoch immer auf dem neuesten Stand sind, unterrichtet Hermann Leiz sie ständig per E-Mail. „Auch über die kleinsten Kleinigkeiten. Vielleicht mache ich sogar schon zuviel“, sagt er.

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Zumindest eine positive Entwicklung kann der Liggeringer Ortsvorsteher dennoch in Zeiten der Pandemie erkennen. „Die Familien unternehmen wieder etwas gemeinsam. Man sieht sie rund ums Dorf spazieren. Das habe ich früher so nicht gesehen“, stellt er fest.