Die Gemeinde Liggeringen hat die Heimattage am Sonntag mit einem Berggottesdienst auf dem Mühlsberg gefeiert. Rund 300 Gläubige nahmen unter freiem Himmel und mit Blick auf den Untersee, den Schiener Berg sowie die Alpen an der Feier, die von dem emeritierten Weihbischof Paul Wehrle geleitet wurde, teil.

Mit der Eingemeindung des liebevoll als Bergdorf bezeichneten Liggeringens habe die Stadt Radolfzell im Jahr 1974 auch ein Stück Himmel eingemeindet, sagte Ortsvorsteher Hermann Leitz. Und durch seine Beiträge zu den Heimattagen – dem Berggottesdienst und einer anschließenden geschichtlichen Exkursion zu den Feld- und Flurkreuzen – erinnere das Dorf an die christliche Tradition der Gemarkung.

Heimat und Lebensgeschichte

Paul Wehrle fügte in seiner Predigt beim Berggottesdienst dem Begriff Heimat soziale und christliche Aspekte hinzu: Wer hinter einem Deich wohne und immer wieder die Nordsee-Wellen rauschen höre, empfinde dieses vielleicht als seine Heimat, erläuterte der emeritierte Weihbischof.

Und auch, wenn jemand aus unserer Region versuche, Heimat zu erklären, dann fordere er die Menschen auf, die Landschaft anzuschauen. Heimat sei somit bezogen auf einzelne Lebensgeschichten und Erfahrungsräume, resümierte Wehrle.

Heimatempfinden und Beziehungen

Doch der emeritierte Weihbischof suchte in seinen Ausführungen auch nach dem verbindenden Aspekt des jeweils subjektiven Erlebens und der unterschiedlichen Heimaträume. Dieser bestehe darin, wie die Lebensräume und Lebenszeiten gemeinsam gestaltet würden – also in der Art und Weise, wie Beziehungen gelebt, gehütet und gefördert würden.

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Paul Wehrle erinnerte dabei an den sozialen Aspekt jeglichen Heimatsempfindens: aus diesem entstehe ein Beziehungsgeflecht als tragendes und gut geknüpfte Netz, das einen selbst und andere tragen könne.

Heimat sei hier ein Ort, an dem man erwartet werde und an dem man ankommen und sein dürfe. Ein Aspekt, den auch sein Glaube an Gott bereithalte, so der emeritierte Weihbischof.