Die Aktion „Heiß auf Lesen“ geht in die dritte Runde. Das Leseabenteuer in den Sommerferien für Schüler der vierten bis zur sechsten Klasse ist in Radolfzell mittlerweile gut etabliert. Der Freundeskreis der Stadtbibliothek unterstützt die landesweite Leseaktion, zu der 100 neue Bücher angeschafft werden, die den teilnehmenden Kindern zunächst exklusiv zur Verfügung gestellt werden. Später gehen die Bücher in den Bestand der Bücherei über. Zum Abschluss der Aktion bewerten die Kinder die Bücher. Bei einer Abschlussparty und Mitmach-Lese-Show mit Autor Stefan Gemmel gibt es Preise zu gewinnen. Unterstützt wird die Aktion von der Messmer-Stiftung und der Sparkassen-Stiftung.

Ein Buch ist auch immer ein Versprechen

Wer gerne liest, für den ist es ein Vergnügen, ein neues Buch in den Händen zu halten. Ist es doch wie ein Versprechen, in eine andere Welt einzutauchen. Bürgermeisterin Monika Laule kann sich noch gut an ihre Kindheit erinnern: „Ich habe meine Bücher überall hin mitgenommen. Es eröffnen sich neue Horizonte. Man kann mit den Personen fühlen, mit ihnen zittern, sich mit ihnen gruseln.“ Lesen sei ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur, urteilt sie.

Gerade im Pandemie-Jahr ist Lesen wichtig

So bedankte sie sich beim Team der Stadtbibliothek und dem Freundeskreis dafür, dass sie die Leseaktion auch in diesem Jahr fortführen. „Gerade in diesem Jahr, in dem Kinder wegen der Pandemie auf vieles verzichten mussten, war es uns besonders wichtig, den Lese-Club wieder anzubieten“, meinte Johann-Michael Gleich vom Freundeskreis.

Die Mitglieder machen in den Schulen auf die Aktion aufmerksam, sie suchen den Kontakt zu den Pädagogen, stellen „Heiß auf Lesen“ in den Klassen vor. „Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig“, sagte Beatrix Müller. Auch während der Aktion stehen die Mitglieder des Freundeskreises mit den Kindern in Kontakt. Jeder Teilnehmer bekommt ein Logbuch, in dem er seine Meinung über das Buch notieren kann.

Freundeskreis-Mitglieder sprechen mit Kindern über die Lektüre

Die Kinder können sich auch mit den Mitgliedern des Freundeskreises über die Lektüre unterhalten. Diese Möglichkeit der „Interviews“ werde gerne wahrgenommen, sagt Müller weiter. Für jedes gelesene Buch gibt es einen Stempel. Im vergangenen Jahr las der Spitzenreiter unter den Leseratten mehr als 30 Bücher. Doch auch Kinder, die nicht so gerne lesen und sich nur ein Buch vornehmen, seien willkommen, meint Eva Moosbrugger vom Freundeskreis.

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Für viele Kinder liege der Reiz der Sommeraktion darin, sich selbst ein Buch auszusuchen und es ohne Druck lesen zu können, meint Ulrike Winterhalter, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek. Wer ein Buch nicht zu Ende lesen möchte, kann es zurückgeben und ein anderes ausleihen. Im vergangenen Sommer haben über 100 Kinder mehr als 300 Bücher gelesen. „Diese Zahl würden wir gerne übertreffen“, sagt Petra Wucherer, Leiterin der Stadtbibliothek. Ein Fünftel der Kinder hätten nach der Aktion Lust auf mehr Lesestoff bekommen und sich einen Bibliotheksausweis besorgt.

Vom Krimi bis zur Serie

Für die Aktion sind etwa 100 neue Bücher angeschafft worden, die bis Mitte September den Kindern, die bei „Heiß auf Lesen“ mitmachen, vorbehalten sind. „Es ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei“, glaubt Petra Wucherer. Vom Komik-Roman mit überschaubarem Text bis zum anspruchsvollen Jugendbuch erstreckt sich die Bandbreite der neuen Bücher. Hoch im Kurs bei der Jugend stünden zurzeit Bücherserien. Doch das ist nichts Neues. Beim Stichwort „Serien“ kommen auch die älteren Bücherfans ins Schwärmen. Monika Laule und die Mitglieder des Freundeskreises erinnern sich noch gerne an die Abenteuer von „Hanny und Nanny“, an die Reihen „Die fünf Freunde“ und „Die drei Fragezeichen“.