Der Ortsteil Böhringen ist für die kommenden Tage die Kulturhauptstadt der Region. Bereits drei Tage vor der Radolfzeller Kulturnacht, die am Sonntag, 2. Oktober, stattfindet, ist jetzt die Aktion 7:79 Ortszeit in das lange Kunst- und Kulturwochenende gestartet. Auf dem Areal in der Fritz-Kleiner-Straße in Böhringen bieten die leer stehenden Häuser und landwirtschaftlichen Gebäude eine einmalige Atmosphäre für die Präsentation ganz unterschiedlicher Kunst.

Besucher bei der Auftaktveranstaltung der Ortszeit 7:79 in Böhringen.
Besucher bei der Auftaktveranstaltung der Ortszeit 7:79 in Böhringen. | Bild: Jarausch, Gerald

Die Ortszeit hat sich über Jahre professionalisiert

Die Palette der ausgestellten Arbeiten reicht von Malerei, Bildhauerarbeiten, Installationen bis hin Live-Aufführungen mit Musik und Zauberei. Die Ortszeit, die vor fünf Jahren erstmals zum 775. Jubiläum des Radolfzeller Ortsteiles Böhringen stattfand, hat sich im Lauf der Zeit noch weiter entwickelt und professionalisiert. Außerdem hat sie sich vergrößert und zeitlich verlängert.

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So sind die alten Gebäude allesamt mit entsprechender Beleuchtung in Szene gesetzt. Der Aufwand, den Initiatorin und Künstlerin Victoria Graf zusammen mit ihren Künstlerkollegen betreibt, ist auch in diesem Jahr noch einmal gestiegen. Allein der Bau eines Kubus, der als Präsentation für eine künstlerische Arbeit dient, hat nach ihrer Auskunft rund eine Woche benötigt.

Ausstellungsorte mit viel Flair: Besucher der Aktion Ortszeit 7:79.
Ausstellungsorte mit viel Flair: Besucher der Aktion Ortszeit 7:79. | Bild: Jarausch, Gerald

Immerhin wird der immense Aufwand, der im Rahmen der Ortszeit von der Initiatorin und ihren Mitstreitern betrieben wird, mehr und mehr von den Verantwortlichen bei der Stadt Radolfzell gewürdigt und geschätzt. So bedankte sich OB Simon Gröger bei der offiziellen Eröffnung der Ortszeit 7:79 nicht nur bei allen Beteiligten, sondern sagte auch weiterhin die Unterstützung der Stadt Radolfzell zu: „Mit dieser Aktion hat Böhringen eine Kunstperle erschaffen. Ich kann Ihnen versichern, wo wir unterstützen können, werden wir auch weiterhin unterstützen“, ließ er wissen.

Wie diese Unterstützung aussehen kann, soll im Nachgang der Ortszeit gemeinsam mit den Beteiligten des Fachbereichs Kultur besprochen werden. Finanziell wurde die Veranstaltung in diesem Jahr von der Werner- und Erika Messmer-Stiftung unterstützt.

Initiatorin Victoria Graf eröffnet mit OB Simon Gröger (links)und Ortsvorsteher Bernhard Diehl die Ortszeit 7:79.
Initiatorin Victoria Graf eröffnet mit OB Simon Gröger (links)und Ortsvorsteher Bernhard Diehl die Ortszeit 7:79. | Bild: Jarausch, Gerald

Diese Förderung hat es auch in diesem Jahr erst ermöglicht, dass die Ortszeit nicht nur in ihrem Umfang leicht gewachsen ist, sondern in Details immer mehr verbessert wurde. Das Flair in den alten Gebäuden ist allerdings ein nicht mit Geld zu bezahlender Umstand. Für die Kunstschaffenden sind die Präsentationsorte gleichermaßen eine Herausforderung als auch Inspiration. Der Charme der unterschiedlichen Räumlichkeiten wirkt immer auch mit.

Die Räume sind Teil der Ausstellung

So bekommen die Exponate zum Beispiel in einem ehemaligen Karnickelstall oder im Bad einer alten Wohnung ihren ganz besonderen Reiz. In diesem Jahr ist auch die katholische Kirche St. Nikolaus wieder mit in die Ortszeit eingebunden. Eine Installation nutzt den Kircheninnenraum zur Präsentation. Zusätzlich ist das Gebäude professionell und ungewöhnlich illuminiert.

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Während der insgesamt fünftägigen Öffnungszeit, die Ortszeit geht noch bis Montag, 3. Oktober, bekommen die Besucher zudem ein Live-Kulturprogramm geboten. Es reicht von Theateraufführungen über Musikdarbietungen bis hin zu Zauberkunststücken. Außerdem bieten mehrere Foodtrucks kleine Speisen und Getränke auf dem Gelände an der Fritz-Kleiner-Straße an.