Als Kinder freuten wir uns jedes Jahr auf das erste Radieschen-Brot: da wurde frisches Brot mit Butter bestrichen, mit Radieschen-Scheiben belegt, ein Hauch Salz darüber – zum Hineinbeißen gut! Das Radieschen ist eine neuzeitliche Schöpfung von begabter Gärtnerhand. Angeblich ist es erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts in die europäischen Gärten gekommen. Es gelang, aus dem wilden, derben Rettich das köstliche Radieschen heraus zu züchten. Auf der Insel Reichenau werden die ersten Rettiche und Radieschen des Jahres bereits im März in den Gewächshäusern geerntet.

Das könnte Sie auch interessieren

Dafür müssen sie Anfang Januar gesät worden sein. Die Freilandradieschen sind kleine fleischige Knollen von kugeliger Gestalt, weiß bis leuchtend rot, und haben einen würzigen, scharfen Geschmack, den ein hoher Gehalt an Senföl bewirkt. Die appetitliche Schärfe kann man durch Überstreuen mit etwas Salz mildern. Frisch geerntet sind die Blätter wie Kräuter in Suppen und Saucen verwendbar. Wenig bekannt ist, dass man Radieschen auch kochen kann: in Scheibchen geschnitten, mit gehackten Zwiebeln in Butter ein paar Minuten dünsten, mit Sahne verfeinern, mit Salz und Pfeffer würzen – schon fertig.

Schnittlauch gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern. Er kann in Salaten die Zwiebel ersetzen und verleiht, frisch geschnitten, der sonntäglichen Flädlesuppe die besondere Note. Die saftig grünen Röhrchen des Schnittlauchs bewirken, dass einfache Gerichte besonders lecker schmecken. Hierzu dichtete Friederike Kemper (1838–1904), die als der „Schlesische Schwan“ unzählige ernst gemeinte Verse voll unfreiwilliger Komik verfasste: „Wenn der holde Frühling lenzt, Und man sich mit Veilchen kränzt, Wenn man sich mit festem Muth Schnittlauch an das Rührei thut, Kreisen durch des Menschen Säfte, Neue unbekannte Kräfte – Jegliche Verstopfung weicht, Alle Herzen werden leicht, Und das meine fragt sich still: Ob mich dies Jahr einer will?“

Das könnte Sie auch interessieren

Allium schoenophrasum, unser Gartenschnittlauch, kann vom Frühling bis zum Herbst überall gezogen werden. Im Kräuterbeet und im Blumentopf auf dem Balkon gedeiht er; was man abschneidet, wächst nach. Am Besten schneidet man das vitaminreiche Küchenkraut mit der Schere: je feiner geschnitten, um so besser das Aroma.