Die alten Ägypter haben das Ei – ebenso wie unsere germanischen Vorfahren – als Symbol der Fruchtbarkeit verehrt. Nach einer Vermutung des Mythologen Jacob Grimm feierten die Germanen zu Ehren der Göttin Ostara die jährliche Wiederkehr des Frühlings und den Sieg des Lichts über die Dunkelheit.

Erst seit dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 feiern wir Ostern als Auferstehungsfest am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Auch für die ersten Christen waren Eier ein Symbol des Lebens und der Auferstehung. Eier wurden hart gekocht, verziert und zu Ostern verschenkt. Stets gilt das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit. Es wurde als Opfergabe und Orakel verwendet. Besonders im Frühling hat man ihm und vor allem dem Osterei Wunderkräfte zugeschrieben.

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Die lustigen Farben drücken einfach Freude aus. Oft schrieb man auch Sprüche auf die Eier: „Die Lieb ist groß, die Gab ist klein, damit sollst du zufrieden sein“ oder „Mein Herz, das brennt wie eine Glut, möcht wissen, was das deine tut.“ Es gibt auch ein paar erbauliche Weisheiten, die sich um das Ei ranken.

So soll die Vorschrift, das gekochte Ei durch Aufschlagen mit dem Löffel statt durch Aufschneiden mit dem Messer zu öffnen, davor bewahren, dass Hexen sich desselben als Zaubermittel bedienen. Eierschalen lässt man nicht unzerdrückt auf dem Teller, lautet eine weitere Anweisung, weil man davon Fieber bekomme. Und von Fürst Bismarck wird überliefert, dass er allmorgendlich mindestens neun, meistens aber 16 gekochte Eier verzehrte.

Feinschmeckern ist bekannt, dass Ei nicht gleich Ei ist. Wie viele Arten der Zubereitung es gibt, weiß niemand genau. Immerhin werden in einem Kochbuch von 1804 bereits 535 Arten der Verwendung aufgezählt, und noch immer werden neue erfunden. Das Ei mit seiner Fähigkeit zu lockern, binden, quellen und garnieren hat sich in der Küche unentbehrlich gemacht.

Man kann damit Speisen gehaltvoller machen, Suppen legieren, Soßen binden und die herrlichsten Kuchen backen. Ein weiteres Plus: Ein Ei von 60 Gramm hat nur 88 Kalorien und enthält fast alle Nähr- und Wirkstoffe sowie Spurenelemente.