Nachdem für das Radolfzeller Strandbad sowie für das Seebad aufgrund der verspäteten Öffnungen die Preise für Saisonkarten um rund 25 Prozent reduziert wurden, fordern einige Böhringer Bürger nun auch ermäßigte Preise am Böhringer See ein.

Klares Votum im Ortschaftsrat

Die Verwaltung legte zur jüngsten Ortschaftsratssitzung einen Beschlussvorschlag mit einer analogen Berechnung vor, die eine Ermäßigung der Saisonkarte für Erwachsene von zwölf Euro auf 8,50 Euro und der Saisonkarte für Kinder von sechs Euro auf 4,50 Euro vorsah sowie einen pauschalen Kinder-Tageseintritt von einem statt 1,50 Euro vorsehe. Dem erteilte der Böhringer Ortschaftsrat nach kurzer Diskussion einstimmig eine Absage.

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„Es gibt einfach Bürger in Böhringen, die sich durch die Regelungen in der Kernstadt benachteiligt fühlen. Einige sind auch verärgert, dass wir erstmals seit zehn Jahren die Preise erhöht haben“, führte Ortsvorsteher Bernhard Diehl in das Thema ein, das angesichts der ohnehin moderaten Preise am Böhringer See für Kopfschütteln im Rat sorgte.

Eintritt geht 1:1 an Pächter

Wolfgang Tieze (FDP) äußerte sich kritisch dahingehend, dass vorab nicht mit dem Pächter kommuniziert wurde, zumal dieser schon im vergangenen Jahr durch die Blaualgen-Problematik eine schlechte Saison habe verschmerzen müssen. „Viele Bürger wissen vielleicht nicht, dass die Eintrittsgelder 1:1 an die Pächter gehen“, erklärte er und appellierte an alle, Solidarität zu zeigen.

Diese beklagen Einnahmenausfall

Pächter Muharrem Ünal berichtete von der Öffnung der Liegewiese am 28. Mai und der Freigabe zum Baden am 10. Juni. Auch in diesen zwei Wochen – bei freiem Eintritt – hätten die Besucher Müll hinterlassen. Hinzu komme der aktuelle Mehraufwand für Desinfektion und mehrfache Reinigung der Sanitäranlagen. Und auch wenn den Pächtern aller Bäder derzeit die Pachtkosten gestundet würden, so müssten sie doch irgendwann bezahlt werden, argumentierte er.

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Peter Lingg (CDU) wirft der Stadt vor, dass sie in den Bädern eine Reduzierung der Eintritte vornehme, bevor eine Lösung gefunden sei, wie man mit den Pächtern umgehe. Heike Frommer vom Gebäudemanagement, zuständig für die Vorlage, erklärte, dass über Pachterlass oder Entschädigungen, die Kämmerei zu entscheiden habe, wenn diese Klarheit über die wirkliche Höhe des Schadens habe. Für Christian Schütz (Freie Wähler) ist nicht nachvollziehbar, dass man Ende Juli noch über eine Reduzierung der Preise diskutiere, wo doch schon die meisten ihre Karte gekauft haben und die Saison fast gelaufen ist. „Es ist schwierig, es allen recht zu machen“, so Antje Hauck (CDU). Aber man habe bisher einen schöner Sommer gehabt und die Saisonkarte in Böhringen mache sich schon nach vier Besuchen bezahlt. Man sollte es bei den regulären Preisen belassen, sagte sie.