„Ausverkauft“ meldete die Zeller Kultur für das Abschlusskonzert von „Jazz open“. Etwa 160 Gäste hatten Karten vorbestellt und sich registriert. Fast die gleiche Anzahl Zuhörer versammelte sich um die Absperrungen. Sie entzogen sich nicht nur der freiwilligen Spende als Eintrittsgeld, sondern auch der Nachverfolgung, falls eine Covid 19-Infektion gemeldet würde.

Die Jazzfreunde genießen das Abschlusskonzert der Reihe „Jazz Open“ – mit Abstand. Das Lake Side Jazz Orchestra begeistert die Besucher.
Die Jazzfreunde genießen das Abschlusskonzert der Reihe „Jazz Open“ – mit Abstand. Das Lake Side Jazz Orchestra begeistert die Besucher. | Bild: Pantel, Veronika

Die Akteure ließen sich die gute Laune aber nicht verderben, feierten sie obendrein den Geburtstag von Saxophonist Volker Wagner. Der Mit-Organisator der Reihe „Jazz open“ an der Alten Konzertmuschel auf der Mettnau legte sich ins Zeug: Er spielte mit dem Lake Side Jazz Orchestra. „Es ist zwar nicht ‚meine‘ Big Band, aber es hört sich gut an“, meinte er schmunzelnd.

Satter Sound trotz Probenpause

Da sie ein halbes Jahr lang nicht proben konnten, sei da bestimmt noch Luft nach oben, glaubte er. Aber schon die ersten Titel zeigten, dass er tief gestapelt hatte: Mit sattem Sound und bestens aufeinander abgestimmt, spulten sie das Programm ab.

Im Standard „Giant Steps“ von John Coltrane oblag Wagner sogar das druckvolle Solo am Tenorsaxophon. Immer wieder traten Solisten der 18-köpfigen Band vor – alle mit ausgeprägtem Sinn für ihre Improvisation.

Lisa Rüppel ist die einzige Frau im Orchester.
Lisa Rüppel ist die einzige Frau im Orchester. | Bild: Pantel, Veronika

„Better Days Ahead“ (Gute Tage voraus) von Pat Metheny im Arrangement von Peter Herbolzheimer ist fast als inniger Wunsch der Jazzer für zukünftige Auftritte zu deuten. Auch wenn es eher rockig wurde, war die Band in ihrem Element.

Sänger überzeugt auch an der E-Gitarre

Sänger Gianni Dato mit kraftvoller Stimme und überzeugendem Scat-Singing ist in der Band bestens aufgehoben. Auch an der E-Gitarre überzeugte er: „Spinning Wheel“ von Blood, Sweat & Tears verleitete zum Mittanzen, bevor Lead-Trompeter Carsten Stamm mit schrägem Solo endete.

Zum eingängigen Blues tendierte Count Basies „Let The Good Times Roll“ und „Cruise Control“ ließ Raum für kreative Solo-Nummern der Saxophone und ein grandioses Bass-Posaunen-Solo von Ferdi Sonderegger.

Die Jazzfreunde forderten stehend Zugaben. Mit Stevie Wonders „Superstition“ ging nochmal richtig die Post ab.

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