Anfang Juni werden Grundstückseigentümer aus den Radolfzeller Teilortschaften einen Brief der Verwaltung erhalten mit der Bitte um ein Gespräch. Absender ist der Flächenmanager Ulf Millauer, der in Erfahrung bringen möchte, wie hoch die Bereitschaft der Eigentümer ist, ihr Grundstück in Bauland zu verwandeln oder deren leer stehende Wohngebäude wieder einer Nutzung zuzuführen.

54 Objekte in Liggeringen hätten Potenzial für Wohnraum

Drei Monate untersuchte der Flächenmanager in den sechs Radolfzeller Ortschaften die Wohnungsleerstände und Baupotentiale. In der jüngsten Sitzung des Ortschaftrats von Liggeringen stellte er seine Ergebnisse vor. Insgesamt ermittelte der Flächenmanager in allen Teilortschaften 249 Potentiale für den Wohnungsmarkt – davon allein 54 Objekte in Liggeringen.

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Bei seiner Erfassung Vorort und in den Katastern kamen nicht sämtliche Grundstücke oder leer stehende Gebäude als Potentiale in Betracht. Bei seinen Untersuchungen legte Millauer Wert darauf, ob eine Bebauung denkbar und diese für Wohnraum geeignet ist. In den Eigentümer-Gesprächen sollen auch die Hinderungsgründe für Leerstand in Erfahrung gebracht werden.

Die Untersuchungsergebnisse münden in eine Prioritätenliste für eine mögliche Unterstützung durch die Stadt. Die Kommunen in Baden-Württemberg könnten ab 2025 einen eigenen Hebesatz für unbebaute und baureife Grundstücke festlegen – die sogenannte Grundsteuer C. Ob es solch eine Grundsteuer C geben wird, liegt im Ermessen der Radolfzeller Stadträte. Mit dieser Steuerart könnten Eigentümer dazu gebracht werden, ihr Grundstück zu bebauen, erläuterte Ulf Millauer.

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Millauer zählte in Liggeringen 30 Baulücken, drei geringfügig genutzte Flächen sowie sieben Althofstellen, aber auch sieben leer stehende Gebäude und weitere sieben Leerstände in Gebäuden. Ortsvorsteher Hermann Leiz wies auf die Erschließung der Potentiale hin. Angesichts der hohen Zahl könnte das Dorf kein neues Baugebiet genehmigt bekommen, so Leiz: „Das könnte zum Handicap für den Ort werden.“