Die Pläne für die Radschutzstreifen im Ortskern von Böhringen haben im Ortschaftsrat eine heftige Debatte ausgelöst. Die Räte sind zwar froh, dass die Maßnahmen für die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer vom Sanierungsvorhaben „Neue Ortsmitte“ abgekoppelt wurden und demnächst umgesetzt werden sollen.

Gleichzeitig erhitzen sich aber die Gemüter darüber, dass im Zuge der Schutzstreifen nicht auf Bäume entlang der Ortsdurchfahrt verzichtet wird, sondern Neupflanzungen in Form von Baumquartieren vorgesehen sind.

Klagen aus der Bevölkerung

Die Bäume auf dem derzeit kombinierten Rad- und Gehweg sorgen immer wieder für Klagen aus der Bevölkerung, weil die Wurzeln das Pflaster aufwerfen und zu Stolperfallen werden. Die Ortschaftsräte berichteten von großem Druck aus der Bevölkerung. Lange schon hätten sie um eine gemeinsame Begehung mit den Planern gebeten, um das Gefahrenpotenzial deutlich zu machen, was nicht erfolgt sei.

Uwe Negrassus vom Fachbereich Tiefbau verwies auf die Zuständigkeit der Abteilung Landschaft und Gewässer und erklärte, dass es sich bei den Baumquartieren um Bäume handle, die in die Tiefe wurzelten und einen Stammdurchmesser von 30 Zentimetern nicht überschreiten. Zudem entfalle zugunsten der Schutzstreifen ein Teil des Radweges, was den Fußgängern mehr Platz gebe.

„Passanten müssen ausweichen“

Ortschaftsrat Peter Lingg (CDU) sieht die geforderte Gehwegbreite von zwei Metern bei den geplanten Baumquartieren nicht gegeben. Man komme rechts und links höchstens auf einen oder 1,20 Meter Breite, schätzte er. „Nach wie vor müssen Passanten den Bäumen ausweichen“ , machte er seinem Ärger Luft.

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„Warum kann man nicht ganz auf die Bäume verzichten und sie an anderer Stelle in Böhringen pflanzen?“, sagte er und fand damit Zustimmung. Ortsvorsteher Bernhard Diehl empfahl, das Thema beim OB-Stammtisch am 13. Oktober aufzugreifen. Trotzdem stimmten alle Räte dafür, den Antrag zu stellen, die Bäume nicht zu ersetzen und stattdessen anderswo 20 Obstbäume zu pflanzen.

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