Das Münster Unserer lieben Frau ist mit seinem über 80 Meter hohen Turm nicht nur der höchste Kirchturm am gesamten Bodensee, sondern auch ein nicht aus dem Stadtbild wegzudenkendes Gebäude. Viele Radolfzeller identifizieren sich mit dem Münster und wünschen sich, dass noch viele weitere Generationen sie erleben. Doch der Zahn der Zeit nagt an dem Gebäude. Daher müssen immer wieder Sanierungsarbeiten aufgenommen werden, um das Münster zu erhalten.

Nun haben die ersten Vorbereitungen für eine Innensanierung begonnen, die voraussichtlich rund zwei Jahre dauern wird. Aktuell wird die Orgel auf der Empore des Kirchenschiffs von einer Gerüstbaufirma eingehaust. Damit will man verhindern, dass die Orgel in den kommenden Monaten durch anfallenden Schmutz in Mitleidenschaft gezogen wird.

Münster bleibt die meiste Zeit über offen

Immerhin soll das Gotteshaus auch während der Arbeiten für Besucher und Gläubige geöffnet bleiben. „Das ist schließlich nicht nur eine Baustelle, sondern auch ein Gebetsraum“, begründet Münsterpfarrer Heinz Vogel. Es kann jedoch sein, dass es zu vorübergehenden Schließungen kommt, wenn die Sanierungsarbeiten eine Gefahr für die Besucher darstellen.

Die Innenraumsanierung beinhaltet mehrere Schritte und Arbeiten. Zunächst einmal soll der Raum gereinigt werden. „Wir haben starke Verschmutzungen. Das Münster wirkt zu dunkel“, fasst Vogel zusammen. Kein Wunder, denn die letzte größere Sanierung liegt mittlerweile schon über vier Jahrzehnte zurück.

Jüngste große Sanierung war in den 80ern

In den 80er Jahren gab es laut Heinz Vogel letztmals derartige Arbeiten. Die Reinigung der Wände und Decken wird mit einem Art Sandstrahlverfahren ausgeführt, bei der kleine Kügelchen die Oberflächen sanft reinigen.

Damit dabei nicht Objekte, Figuren und Kunstgegenstände beschädigt werden, werden diese Ende November abgebaut und eingelagert. Auch die Altäre werden noch zum Schutz eingehaust. „Der Raum wird sich anders präsentieren“, kündigt Pfarrer Vogel an.

Im Dezember geht die Reinigung los

Ab dem kommenden Monat soll dann das eigentliche Reinigen beginnen. Dies wird mittels Hubsteiger erledigt. Damit spart man sich einen aufwändigen Gerüstbau im gesamten Innenraum der Kirche.

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In den kommenden zwei Jahren fallen dann noch zahlreiche andere Arbeiten an, die man im Moment noch gar nicht vollumfänglich benennen kann. Klar ist, dass Elektrik und Beleuchtung neu angelegt werden. Ferner wird die Heizungsanlage von Öl auf Erdgas umgestellt, um die Energiekosten etwas geringer zu halten. Und am Dachstuhl des Kirchenschiffs erwartet die Handwerker ebenfalls noch viel Arbeit.

Kur für das 500 Jahre alte Dach

Die zum Teil rund 500 Jahre alte Dachkonstruktion des Münsters wird an verschiedenen Stellen ausgebessert, da auch an ihr der Zahn der Zeit nagt. Für Pfarrer Vogel ohnehin ein Meisterwerk der Technik: „Das ist schon ein Phänomen, dass eine Konstruktion so lange halten kann“, befindet er. Zum Teil handelt es sich um Schäden durch Wassereinbruch oder durch Holzschädlinge. An anderen Stellen fehlen Verbindungen oder sie sind schadhaft.

Prothesen für Dachbalken

In jedem Fall schwächen solche Schäden die Gesamtkonstruktion des Kirchendachs. Hier müssen die Zimmermänner präzise Arbeit leisten. Es werden sogenannte Prothesen eingesetzt, bei denen nur die schadhaften Teile der Balken ersetzt werden.

Möglich wird die aufwändige Innensanierung nur durch die Bereitstellung großer Geldmittel (siehe Infokasten). Darin enthalten sind auch rund 31.000 Euro, die im wesentlichen vom Münsterbauverein gesammelt wurden. Aus Sicht von Münsterpfarrer Heinz Vogel ganz besonderes Geld: „Das ist schon faszinierend, wie Freiwillige und Ehrenamtliche so etwas auf die Beine stellen können“, sagt er.

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