Für Gitarrist Jörg Enz hat sich der Alltag seit Beginn der Corona-Pandemie schlagartig gewandelt. Anstatt auf Konzerten zu spielen oder seinen Schülern Unterricht zu geben, hieß es für den gebürtigen Böblinger auf einmal vor allem: Die achtjährige Tochter beim Homeschooling unterstützen.

Als Vater gefragt

„Da war ich als Vater gefragt, als die Schulen geschlossen wurden“, sagt der Mann, der im Modern Jazz zuhause ist. Und er ergänzt: „Ich hatte insgesamt in den vergangenen Wochen deutlich mehr Zeit für die Familie als das sonst der Fall ist.“

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Die Kultur lebe vom Machen, und das war in letzter Zeit auch für Jörg Enz nur eingeschränkt möglich. Der Gitarrist vermisst es, auf Konzerten zu spielen. „Das ist schon der entscheidende Einschnitt in meinem Alltag. Die Spieltätigkeit ist stillgelegt“, sagt Jörg Enz. Normalerweise tritt er nicht nur solo, sondern auch mit eigenem Trio sowie national und international bekannten Jazz-Musikern auf.

An Details arbeiten

Durch die Ausgangsbeschränkungen hatte der Radolfzeller zumindest die Möglichkeit, an verschiedenen Details zu arbeiten. „Das war seit Langem mal wieder ausgiebig möglich. Klar, es hat sich eben durch die aktuelle Situation vieles auf das Üben verlagert“, ergänzt er.

Mittlerweile, seit die Corona-Verordnungen gelockert worden sind, darf Enz an der Swiss Jazz School in Bern wieder unterrichten. Ein kleines Ensemble, also eine Gruppengröße von bis zu vier Schülern, sei in der Schweiz aktuell erlaubt. Unterrichte mit größeren Gruppen aber nach wie vor noch nicht möglich.

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Seit 2015 unterrichtet Enz in Bern, pendelt also zwischen Radolfzell und der Schweizer Hauptstadt. Er ist froh, dass der Präsenzunterricht wieder läuft und er direkten Kontakt zu seinen Schülern hat. Zu Beginn der Krise habe er über Zoom unterricht, was mühsam gewesen sei: „Es ist nicht möglich, zusammen zu spielen geschweige denn mit einem Metronom zu arbeiten“, sagt er und ergänzt: „Nichtmal das Einzählen funktioniert durch die zeitliche Verzögerung in einer Videokonferenz.“

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