Mehr als zwei Euro kostet der Liter Diesel derzeit in Radolfzell, Benzin ebenfalls. Was für Frust bei Autofahrern sorgt, bereitet auch Busunternehmen in der Stadt Probleme. So steigen auch deren Ausgaben an, betrieben werden müssen die Fahrzeuge aber dennoch, um das Geschäft am Laufen zu halten.

Defizit durch steigende Kosten

Bei den Stadtwerken Radolfzell hofft man auf steigende Kundenzahlen, wenn zum Beispiel mehr Personen den Bus nutzen und das eigene Auto stehen lassen. Das könnte die Defizite kleiner werden lassen, so Vertriebsleiter Joachim Kania auf Nachfrage. Teurer werden solle die Mitfahrt nach Möglichkeit nicht, das Ziel sei es, Erwachsenen auch weiterhin die Mitfahrt für einen Euro zu ermöglichen. Allerdings betont Kania, über eine Anpassung der Preise im öffentlichen Nahverkehr entscheide der Aufsichtsrat der Stadtwerke.

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Und auch der Reiseveranstalter Kögel Touristik bekommt die hohen Spritpreise zu spüren. Wie Geschäftsführer Matthäus Kögel berichtet, bleibe sein Unternehmen zum Teil auf den gestiegenen Kosten für Busreisen sitzen, zum Teil könnten sie aber auch an die Kunden weitergegeben werden. Von Vorteil sei dabei, dass Reisebusse viele Personen gleichzeitig befördern. „Da verteilt sich die Kraftstofferhöhung auf viele Schultern“, erklärt Kögel. Die Folge: „Bei selbst veranstalteten Reisen schreiben wir unsere Kunden an und geben eine Preiserhöhung von circa drei Euro pro Tag weiter.“ Die Reisenden hätten dafür auch Verständnis.

Nicht nur Spritpreise machen Probleme

Dabei sei die Spritpreiserhöhung nicht das einzige Ereignis, dass derzeit für finanzielle Einbußen sorgt. Zum einen seien die Buchungszahlen bei den Busreisen noch nicht auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie, zum anderen seien die meisten Busse nur mit einer Auslastung von 75 Prozent unterwegs, „damit man sich wohler fühlt“, so Kögel. Und durch den Ukraine-Krieg würden die Kunden nicht in Richtung Osten Reisen, nach Polen oder in die baltischen Staaten, obwohl solche Reisen bisher eigentlich beliebt gewesen seien.

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Dennoch bleibt Matthäus Kögel optimistisch. „Da wir sehr sorgfältig planen und in der Vergangenheit gut gewirtschaftet haben, werden wir auch diese Krise überstehen.“ Zudem seien die Buchungszahlen trotz der Umstände gut. „Wir haben viele Reisen, die gut laufen“, sagt Kögel – beliebt seien Fahrten in südliche Länder wie Italien, Griechenland und Spanien, und auch nach Schottland, trotz des Brexit. „Die Menschen wollen verreisen“, berichtet der Geschäftsführer. „Es gibt einen großen Nachholbedarf nach Corona.“