Mit guter Laune gegen Langeweile

Bild: Kita Metzgerwaidring

Vera Stockmann ist Erzieherin in der städtischen Kindertagesstätte Mezgerwaidring. Aktuell hat die Einrichtung sieben Kinder in der Notbetreuung. Diese werden zu unterschiedlichen Zeiten in zwei Gruppen betreut. Elf Mitarbeiter und die Kita-Leitung würden sich mit der Gruppenbetreuung abwechseln. Obwohl es weit weniger Kinder sind als sonst, hat Vera Stockmann jede Menge zu tun. „Wir können uns nun intensiver der Ausarbeitung unserer Konzepte und pädagogischen Zielen widmen“, berichtet sie. Die Kinder in der Notbetreuung würden die Situation als sehr positiv erleben, so ihr Eindruck. Sie könnten sich in Ruhe in der Einrichtung beschäftigen und dank der kleinen Gruppen seien auch Extras drin, die sonst nicht möglich wären. Zum Beispiel gemeinsam draußen in der Sonne essen sei mit den üblichen 60 Kindern in der Einrichtung nicht machbar. „Es entsteht eine familiäre Atmosphäre und den Kindern wird nie langweilig“, sagt Vera Stockmann.

Übersetzerin in der Flut an Nachrichten

Bild: Stadtverwaltung Radolfzell

Nicole Stadach ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung Radolfzell verantwortlich. Seit Beginn der Corona-Pandemie versucht sie aus dem Dschungel an Informationen, die Tag für Tag von den Ministerien veröffentlicht werden, das Wichtigste herauszufiltern. „Wir versuchen für Kollegen und Bürger herauszuarbeiten, was für sie relevant ist“, sagt die Pressesprecherin. Diese Information veröffentliche sie auf den Kanälen der Stadt, der Internetseite und den sozialen Netzwerken. Ebenfalls gehören regelmäßige Sitzungen des Krisenstabs zu ihren Aufgaben. Auch versucht sie die Arbeit der Stadtverwaltung nach außen hin sichtbar zu machen, denn „bestimmte Dinge laufen trotzdem weiter“. Unter dem Hashtag #dehominzell würden Radolfzeller aufgerufen, auch digital zu zeigen, wofür die Radolfzeller Lebensfreude und Gemeinschaft, auch während der Coronakrise, stehe. Vereine und Gruppen hätten da schon lustige Videos in den sozialen Netzwerken geteilt.

Er sorgt für das Grün in der Stadt

Bild: Stadtverwaltung Radolfzell

Ralf Wiedemann ist Abteilungsleiter der Stadtreinigung, Fuhrpark und Instandhaltung. Er und sein Team sind auch für die zahlreichen Grünflächen und den Stadtgarten der Stadt verantwortlich. Die Stadtreinigung würde in Zweierteams und in Gleitzeit arbeiten, sodass sich die Kollegen nicht treffen, berichtet Wiedemann. Auch die morgendliche Zusammenkunft mit der Verteilung der Aufgaben würde nur noch telefonisch ablaufen. Umgezogen wird sich in der Garage oder der Werkstatt, um Abstand halten zu können. Auch kontrollieren er und seine Mitarbeiter die Absperrungen und Hinweisschilder an den wegen Corona gesperrten Plätzen. „Die Natur macht keine Pause“, sagt er. Aktuell müsse man die Sportflächen nicht ganz so intensiv pflegen, da es keinen Sportbetrieb gebe, doch gar nichts machen, ginge auch nicht. „Es ist so trocken in letzter Zeit, bald müssen wir anfangen zu bewässern“, so Wiedemann. Die Sperrung der Spielplätze würden seine Mitarbeiter nutzen, um kleinere Reparaturarbeiten durchzuführen.

Zwischen Knöllchen und Corona-Regeln

Bild: Schneider, Anna-Maria

Dirk Wagner arbeitet beim Gemeindevollzugsdienst in Radolfzell. Zu seiner Aufgabe, den ruhenden Verkehr in der Stadt zu kontrollieren, kommt jetzt die Corona-Streife hinzu. „Wir achten darauf, dass die Bürger die Regeln einhalten, sich keine Gruppen mit mehr als zwei Personen im Freien aufhalten und die gesperrten Plätze auch nicht betreten werden“, fasst er seine Tätigkeit zusammen. Zum Großteil seien die Menschen sehr einsichtig und es gäbe hier wenig Verstöße. „Gerade im Uferbereich verhalten sich die Meisten vorbildlich“, sagt Dirk Wagner. Oft werde er in diesen Tagen von unsicheren Bürgern angesprochen, die nicht genau wüssten, was nun erlaubt sei und was nicht. „Wir sind verstärkt beratend tätig“, sagt er. Auch sei seine Abteilung dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung, wo es gegebenenfalls zu massiven Verstößen kommt. Er und seine Kollegen fahren mit der Polizei auf Streife und verteilen auch polizeilich verordnete häusliche Quarantäne-Bescheide und kontrolliere, dass diese eingehalten werden.

In der Krise die Chance sehen

Bild: Schneider, Anna-Maria

Frank Perchtold ist in der städtischen Wirtschaftsförderung tätig. Seiner Erfahrung nach, hätten Unternehmer sehr besonnen und ruhig auf die Coronakrise reagiert. Es gäbe auch Unternehmen in Branchen, wie zum Beispiel in der Medizintechnik, die aktuell über Expansion nachdenken würden. „Wir erleben echten Unternehmergeist“, sagt Perchtold. Auf der anderen Seite stünden Einzelhändler, die um ihre Existenz bangen müssten. Hier würde die Wirtschaftsförderung den Händlern beratend zur Seite stehen, wenn es um etwaige Anträge auf Unterstützung ginge. Seiner Ansicht nach würden Kammern und Innungen sehr ausführlich informieren, der Kontakt sei konstruktiv und freundlich. Für den Einzelhandel sieht er die Coronakrise auch als Chance sich gegen den ohnehin schon stärkere Online-Handel durchzusetzen. „Jetzt kann man den Kunden auf eine emotionale Art ansprechen, er kann im Geschäft dann das Vermisste wieder erleben“, sagt Perchtold.

Bürgerservice durch das offene Fenster

Bild: Schneider, Anna-Maria

Carola Winterhalter ist im Bürgerbüro des Radolfzeller Rathaus tätig. Statt Publikumsverkehr gehen bei ihr jetzt täglich etliche Anrufe und E-Mails rein. Nur im Notfall könne man einen Termin im Bürgerbüro ausmachen. Dies sei zum Beispiel notwendig, wenn man einen neuen Reisepass beantragen möchte. „Aber aktuell kann das meistens auch warten, in den Urlaub darf ohnehin niemand fahren“, sagt Carola Winterhalter. Wer etwas abgeben oder abholen möchte, kann das über das Fenster des Bürgerbüros machen. Mit ausreichend Sicherheitsabstand könne man sich dort Dokumente oder Müllbeutel reichen. Die Bürger hätten viel Verständnis für diese Maßnahme, berichtet Carola Winterhalter. Auch wenn ihr der Publikumsverkehr im Bürgerbüro doch fehle. Eine neue Aufgabe des Teams sei es, das Bürgertelefon mit der Nummer (0 77 32) 815 85 zu betreuen. Sie verteilen dann die Anrufe in die einzelnen Abteilungen, je nachdem, welches Anliegen der Anrufer habe.

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