Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt am Donnerstag, 24. September, fünf weitere Stolpersteine in drei verschiedenen Straßen in Radolfzell. Dies teilte die Stolperstein-Initiative Radolfzell in einer Presseinformation mit.

Die Steine werden auf den öffentlichen Gehwegen an ihrem letzten selbstgewählten Wohnort verlegt, sagt der Künstler. Dieses Jahr werden Stolpersteine für ein NS-Euthanasie-Opfer in Grafeneck 1940 und für vier Opfer von Zwangssterilisierungen gesetzt.

Größtes dezentrales Mahnmal der NS-Opfer

Mit diesem größten dezentralen Mahnmal der Welt wird der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Es soll an Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Verfolgte, Zeugen Jehovas und Euthanasie-Opfer erinnern. Bis Ende 2019 wurden bereits 75000 Stolpersteine in Deutschland und 25 weiteren Ländern verlegt. Verlegungen werden entweder von Angehörigen oder von örtlichen Initiativen angeregt.

Als Grundlage dienen private Dokumente

Grundlage sind entweder private Dokumente oder Auszüge aus Wiedergutmachungs-Prozessen, die durch Recherchen in Archiven ergänzt werden. Erst wenn die Biografien mit dem Leidensweg der jeweiligen Opfer erstellt und die Dokumente belegt sind, werden die Dossiers an das Büro von Gunter Demnig weitergeleitet und die Stadt über den Wunsch zur Verlegung informiert.

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Am 24. September beginnt die Stolperstein-Setzung um 12.45 Uhr vor dem Haus in der Teggingerstr. 19. Nach einer Begrüßung spricht Oberbürgermeister Martin Staab das Grußwort der Stadt. An jeder der drei Stationen werden die Biografien der einzelnen Opfer vorgetragen.

Auch die Angehörigen bringen ihre Erinnerungen mit ein. Musikalisch umrahmen die Familien Graumann die Veranstaltung und gedenken so ihrer Großtante Hermine Bauer. In der Ekkehardstr. 16 – ehemals Mezgerwaid 1 – wird um 13.20 Uhr Martin Schäuble als Vorsitzender der Narrizella Ratoldi einen klärenden Redebeitrag zu den Geschwistern Fetzer beziehungsweise den Klepperlespruch „Fezer-Fine“ vortragen.

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Hier wird der Stolperstein für Anna und Josefine Fetzer sowie für Agnes Zimmermann, geborene Fetzer, verlegt. Um 13.40 Uhr wird in der Bollstetterstr. 2 der Stolperstein für Josepha Trost verlegt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen.