Thorsten Otterbachs Partei, die AfD, gilt vielen als ausländerfeindlich. Deshalb will der Bundesverfassungsschutz die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall einstufen. Kommt es soweit, könnte die Behörde die Partei mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachten. Doch Natalia Otterbach will das nicht ernst nehmen, sie wiederholt auf Fragen immer wieder: „Sollen sie die AfD doch beobachten. Das wird dem Bundesverfassungsschutz nicht viel bringen.“

Natalia Otterbach ist 48 Jahre alt und gebürtige Weißrussin. Seit 16 Jahren lebe sie nun in Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Mann Thorsten Otterbach setzt sie sich für die AFD ein. Sie wohnt mit ihm und ihren zwei Kindern in Öhningen. „Ich habe zuletzt als Verkäuferin gearbeitet. In Weißrussland habe ich früher Chemie studiert. Das ist aber schon eine Zeit lang her“, sagt die 48-Jährige. Ausprobiert habe sie in Deutschland bereits einige Berufe.

Momentan sei sie arbeitssuchend. Im Wahlkampf unterstütze sie ihren Mann, wo sie nur könne. „Der Partei beigetreten bin ich jedoch nie“, sagt Natalia Otterbach. Sie räumt auch ein: „Ich beschäftige mich wenig mit politischen Themen.“ Der Satz überrascht, denn gleichzeitig steht für sie fest: „Die Alternative hat das beste Programm.“

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Gemeinsam mit ihrem Mann habe sie bereits Wahlplakate aufgehängt und Flyer verteilt. Sie fügt hinzu: „Außerdem bespreche ich mit ihm die Karikaturen, die er dann auf seine Internetseite stellt.“ Sie bringt kein Verständnis dafür auf, dass viele die Zeichnungen ihres Mannes grenzwertig und den politischen Gegner herabsetzend finden. Stolz präsentiert sie sich stattdessen mit einem Wahlplakat, auf dem eine der Karikaturen zu sehen ist. Auf dem Plakat sind drei unterschiedliche Porträts von Angela Merkel zu erkennen, die mit verschiedenen Namen der aktuellen Landtagskandidaten versehen sind. Über den Köpfen die Frage: „Ist das wirklich unsere Zukunft?“

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Selbst müsse ihre Familie auch mit Herabsetzung klarkommen, sagt Natalia Otterbach: „Wir bekommen Hassbriefe.“ Ihr Mann werde als Rassist beschimpft und der Sohn sei schon von anderen Kindern gefragt worden, warum sein Papa zu den Nazis gegangen sei. „Nach diesen Erfahrungen wissen wir jetzt, wer unsere wahren Freunde sind“, merkt die zweifache Mutter an. Die Wahlkampfhelferin Natalia Otterbach fordert für die AfD ausgerechnet das, was diese Partei anderen nur selten gewährt, Toleranz: „Wir leben hier in Deutschland, in einer Demokratie, und müssen damit klarkommen, was die Menschen wählen.“

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