Die Branche der Altenheime befindet sich im Aufbruch, viele Einrichtungen ringen mit der gesetzlich geforderten Umstellung auf einen reinen Einzelzimmer-Betrieb. Der Spitalfonds der Stadt Radolfzell wartet immer noch auf eine Genehmigung für die Finanzierung des Neubaus des Pflegeheims Heilig Geist auf der Mettnau, das Regierungspräsidium mäkelt an der Finanzierung der Stiftung herum.

Geschäftsführer statt Heimleiter

Just in diese Hängepartie platzt die Nachricht, dass Markus Bonserio (54), Leiter des Heilig Geist-Pflegeheims, zum 1. Januar seinen Arbeitsplatz von der Altstadt Radolfzell in die Prinz-Fritzi-Allee 1 in Donaueschingen verlegt. Dort fängt er im neuen Jahr als Geschäftsführer im Altenheim St. Michael an. Der Verantwortungsbereich in Donaueschingen ist deutlich größer als die 103 Betten in Radolfzell. St. Michael verfügt im vollstationären Bereich über 156 Betten, dazu kommen 45 Bewohner im betreuten Wohnen sowie die 90 Wohneinheiten in der Seniorenwohnanlage Irmapark. Träger der Einrichtungen ist der Verein Altenheim Donaueschingen.

Lob von der Chefin

Auf den in Donaueschingen verkündeten Wechsel angesprochen, reagiert Markus Bonserio am Telefon äußerst zurückhaltend: „Ich möchte mich dazu nicht äußern.“ Bonserio verweist für eine Stellungnahme an seine Chefin, Sozialbürgermeisterin Monika Laule. Sie bedauert den Weggang des Heimleiters sehr: „Das ist ein herber Verlust für uns. Er hat unser Haus sehr gut und den Menschen zugewandt geführt, sich einen sehr guten Ruf und eine große Akzeptanz im Gemeinderat erarbeitet.“ Die Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren in Radolfzell sei sehr vertrauensvoll gewesen: „Ich konnte mich immer auf ihn verlassen.“ Die Stelle des Heimleiters werde sofort neu ausgeschrieben. „Ich hoffe, dass wir mit unserem gut aufgestellten Haus und unserer engagierten Mitarbeiterschaft wieder eine kompetente Heimleitung finden werden“, sagt Laule.

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Die neue Heimleiterin oder der neue Heimleiter muss sich in Radolfzell auf Ungewissheiten einstellen. Weil der Neubau des Pflegeheims noch nicht begonnen hat, weil die Ausnahmegenehmigung für die Unterbringung in Zweibettzimmern im Bestandshaus in der Altstadt in zwei Jahren ausläuft. Hat dieser Schwebezustand den Wechselwillen Bonserios befördert? Bürgermeisterin Laule will das nicht beurteilen, beschreibt aber die Situation in Radolfzell als Chance: „Es kann durchaus sein, dass ein Nachfolger die Realisierung des Neubaus als Anreiz für eine Bewerbung empfindet.“

Mehr Zeit in Donaueschingen

Markus Bonserio muss sich auch in Donaueschingen dem Projekt Einzelzimmerunterbringung stellen. Allerdings hat er dort für die komplette Umwandlung bis zum Jahr 2028 Zeit. Weil im Jahr 2003 das Pflegeheim St. Michael erweitert wurde und die Heimaufsicht dem Trägerverein 25 Jahre Zeit für die Refinanzierung gegeben hat.

 

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