Für Anna-Lena Forster, die bei den Paralympischen Winterspielen in Peking zwei Gold- und Silbermedaillen gewonnen hat, gab es in den vergangenen Wochen viele Höhepunkte. Der Empfang, den ihr rund 300 Menschen auf dem Stahringer Dorfplatz bereitet haben, gehört dazu. Begleitet von ihren Eltern und ihrer Freundin Andrea Rothfuss sowie einem Filmteam hatte sich Anna-Lena Forster am Nachmittag von ihrem Elternhaus aus auf den Weg Richtung Dorfplatz gemacht.

Ein Moment für die Ewigkeit

Das Bild, das sich ihnen bot, sollte alle Erwartungen übertreffen: Bei strahlendem Sonnenschein standen Familie, Freunde und Wegbegleiter am Dorfplatz Spalier und säumten jubelnd ihren Weg zum roten Teppich.

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Überwältigt konnte die sichtlich gerührte Anna-Lena Forster für einige Momente innehalten, als der Stahringer Musikverein unter der Leitung des zweiten Dirigenten Markus Haltmeyer das Stück „One moment in time“ spielte. Die Zeilen des Stücks hätten passender nicht sein können: „Ich will den einen Moment, in dem ich mehr bin, als ich je geglaubt habe. In diesem Moment fühl ich sie, die Ewigkeit“. Sie beschreiben perfekt, was Anna-Lena Forster in den vergangenen Wochen bei den Paralympischen Spielen geleistet hat.

Jürgen Aichelmann, Simon Gröger, Anna-Lena Forster und ihre Eltern Sybille und Jürgen Forster (von links)
Jürgen Aichelmann, Simon Gröger, Anna-Lena Forster und ihre Eltern Sybille und Jürgen Forster (von links) | Bild: Petra Reichle

Glück und Stolz in Radolfzell

„Wir sind glücklich und stolz heute mit Ihnen feiern zu können – in Ihrer Heimat Stahringen fühlt es sich für Sie bestimmt besonders schön an“, sagte Oberbürgermeister Simon Gröger in seiner Ansprache an Forster gewandt. „Vor so viel Leistung können wir alle nur den Hut ziehen. Sie zeigen uns, dass auch das, was unmöglich erscheint, möglich ist.“

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Ortsvorsteher Jürgen Aichelmann hieß „unsere Anna-Lena Forster“ in seiner Ansprache herzlich willkommen. „Danke für schlaflose Nächte, für spannende Wettkämpfe, für Emotionen und Adrenalin pur, für Gänsehautmomente. Danke, dass wir heute so stolz auf dich sein können“, sagte er. Und ergänzte: „Du hast unser Leben bereichert und uns in schwierigen Zeiten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.“

Ein Lied extra für die Sportlerin

Eine besondere Freude machte der Musikverein der Sportlerin. Forsters Großvater habe ein Lieblingsstück gehabt, der Marsch „Mein Heimatland“, erzählte der stellvertretende Dirigent Markus Haltmeyer. „Wir spielen es heute für dich, deine Familie und deine Erfolge“. Auch der Onkel der Sportlerin, Oliver Ersing, widmete ihr mit ein Lied, das er eigens für den Empfang komponiert hat und gemeinsam mit Familie und Freunden vortrug.

„Hier in Stahringen kann man die Freudensprünge förmlich spüren“, sagte Simon Gröger. Dies gilt besonders für Anna-Lena Forsters großen Fan, die 83-jährige Rita Koch: „Immer wenn du abi gfahre bisch, bin ich vor Freude gejuckt“, sagte Rita Koch im Dialekt zu Anna-Lena Forster, als sie ihr nach dem offiziellen Teil des Empfangs persönlich gratulieren konnte.

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Die Glückwünsche, Foto- und Autogrammwünschen schienen fast kein Ende zu nehmen. „Ich bin total gerührt, es ist unglaublich, dass ihr alle hier seid und wir heute zusammen feiern können“, so Anna-Lena Forster. „Dies ist bereits mein vierter Empfang in Stahringen, aber davon kann ich nie genug kriegen“.

Gemeinsam mit ihren Freudinnen konnte Anna-Lena Forster den Empfang am Stahringer Dorfplatz feiern (v. l.): Esther Eydner, Erika Eydner, ...
Gemeinsam mit ihren Freudinnen konnte Anna-Lena Forster den Empfang am Stahringer Dorfplatz feiern (v. l.): Esther Eydner, Erika Eydner, Anna-Lena Forster, Chantal Eydner und Emily Baierl. Bild: Petra Reichle | Bild: Petra Reichle

Training für die Paralympischen Spiele 2026

Bereits heute hat Anna-Lena Forster mehr erreicht, als sie sich je erträumen konnte und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie wird in Freiburg ihr Studium im Fach Psychologie fortsetzen und für ihr nächstes großes Ziel trainieren – die Paralympischen Winterspiele im italienischen Cortina d‘Ampezzo im Jahr 2026. Dann könnte sich auch der Traum von Ortsvorsteher Jürgen Aichelmann erfüllen: mit einem Stahringer Fanbus zu den Winterspielen reisen und die Sportlerin direkt vor Ort zu bejubeln.