Für das Neubaugebiet im Tal sind erstmals Verkaufspreise genannt. Je nach Grundstückslage im Baugebiet wird der Quadratmeter Bauland voraussichtlich zwischen 300 und 360 Euro netto kosten. Hinzu kommt der Erschließungsbeitrag von knapp 80 Euro. Der Ortschaftsrat stimmte den von der Stadt Radolfzell veranschlagten Preisen in der Vorberatung zu.

Um die Mindestabstände einhalten zu können, fand die Sitzung des Ortschaftsrats im großen Saal des Milchwerks statt, da die Markolfhalle zurzeit nicht zur Verfügung steht. Kämmerin Petra Ohmer erläuterte die Festlegung der Preise sowie den weiteren Verlauf bis zur Vergabe der Grundstücke. 51 Grundstücke befinden sich im Eigentum der Stadt, gab Ohmer an. Die katholische Kirche Markelfingen und die Erzdiözese Freiburg seien Eigentümer von 24 weiteren Grundstücken, die sie in Erbbaupacht vergeben wollten.

Etliche Bürger kamen zur Sitzung des Ortschaftsrates Markelfingen ins Milchwerk und verfolgten mit dem coronabedingten Mindestabstand die Erläuterungen zur Vermarktung des Neubaugebiets im Tal.
Etliche Bürger kamen zur Sitzung des Ortschaftsrates Markelfingen ins Milchwerk und verfolgten mit dem coronabedingten Mindestabstand die Erläuterungen zur Vermarktung des Neubaugebiets im Tal. | Bild: Natalie Reiser

Bis voraussichtlich Ende dieses Jahres, so Kämmerin Ohmer, werden die Erschließungsarbeiten andauern. Das Gebiet soll von den Stadtwerken mit Gasleitungen angeschlossen werden. Sind die Verkaufspreise vom Gemeinderat endgültig beschlossen, erhalten fünf Rückerwerber, die ihr Landwirtschaftsgrundstück an die Stadt veräußert hatten, ein Angebot, jeweils einen Bauplatz zu den beschlossenen Verkaufspreisen zu erwerben. Im Anschluss erfolge die erste Ausschreibung des Gebietes. Fünfzehn Bewerber, die die höchste Punktzahl nach den Vergabekriterien der Stadt erhalten, könnten in der Reihenfolge ihrer Rankingplätze ihre Grundstückswahl angeben. Auf dieser Basis erfolge die Zuteilung Baugrundstücke.

Gleichzeitig sollen die fünf Geschosswohnungsbauplätze vermarktet werden. Auf diese Häuser werden die baupolitischen Grundsätze der Stadt angewandt, die vorsehen, dass 30 Prozent der Wohnfläche als geförderter Wohnraum angeboten wird. Für sämtliche Bauplätze ist eine Bebauung mit zwei Vollgeschossen festgelegt. Die Verkaufspreise sind an die umliegenden Bodenrichtwerte, die zwischen 380 und 500 Euro pro Quadratmeter liegen, angeglichen.

Vergabekriterien der Stadt sind ausschlaggebend

Für die südlichen Einfamilienhausgrundstücke wird aufgrund der attraktiven Lage der höchste Preis von 360 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Doppel- und Reihenhausgrundstücke sollen 300 Euro pro Quadratmeter kosten. Alle anderen Grundstücke einschließlich der Geschosswohnungsbaugrundstücke werden mit 320 Euro pro Quadratmeter veranschlagt. Durch diese Verkaufspreise könnten Erlöse in Höhe von zirka 8,3 Millionen Euro erzielt werden.

Ortschaftsrat Michael Dummel fragte, ob befürchtet werden müsse, dass bei der Vergabe der Grundstücke, die sich in kirchlicher Hand befinden, konfessionelle Fragen eine Rolle spielten. Ortsvorsteher Lorenz Thum berichtete, in Gesprächen mit kirchlichen Vertretern sei zugesagt worden, dass die Vergabekriterien der Stadt ausschlaggebend sein sollten. Auf Bitte von Martina Gleich will Kämmerin Ohmer prüfen lassen, ob es möglich sei, in die Vergabekriterien für Investoren aufzunehmen, dass die Wohnungen der Mehrfamilienhäuser als Mietwohnungen angeboten werden. Aufgrund der angespannten Haushaltslage will die Stadt keine Förderung für Familien mit Kindern gewähren. Günter Blum bat die Ortschaftsräte, die ebenfalls dem Gemeinderat angehören, sich dennoch dafür stark zu machen.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.