Unter Hygiene-Auflagen können während der Corona-Pandemie wieder Gottesdienste in den Kirchen stattfinden. „Schauen wir, wie das geht, wenn wir zusammenkommen und uns in diesem Gottesraum anders bewegen als zuvor“, eröffnete Pfarrer Heinz Vogel seinen Sonntagsgottesdienst im Radolfzeller Münster. Die römisch-katholische Kirchengemeinde Sankt Radolt beschränkt sich vorerst und bis zum 17. Mai auf zwei sonntägliche Wortgottesdienste sowie auf zwei weitere Abendgebete an Samstagen.

Musik kommt nur von der Orgel

Maximal 84 Personen dürfen im Münster während des Gottesdiensts anwesend sein. Dessen Ablauf erhielten Gläubige am gestrigen Sonntag auf einem Textblatt. Auf ein gemeinschaftliches Singen verzichtete die Kirchengemeinde ebenso wie auf die Eucharistiefeier. Organist Andreas Jetter gab dem Gottesdienst mit Werken von Johann Sebastian Bach sowie einer Improvisation einen feierlichen Rahmen.

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Die Gläubigen fanden durch den großen Haupteingang Einlass in die Kirche und konnten ihre Hände mit einem Desinfektionsmittel reinigen. Seitentüren wurden am Schluss des Gottesdienstes als Ausgang genutzt. Jede zweite Bank wurde für zwei einzelne Personen im größtmöglichen Abstand freigehalten. Paare und Familienmitglieder durften nebeneinander verweilen. Jede zweite Bankreihe im Seitenschiff konnte durch Einzelpersonen belegt werden. Während des Gottesdiensts verzichteten die Gläubigen auf den Maskenschutz. Beim Ein- und Austreten in den Kirchenraum legten sie ihre Masken wieder an.

Zwischen Abgrenzung und Anpassung

Pfarrer Heinz Vogel erinnerte in seiner Predigt an die Empfehlung Christi an seine Jünger, die eigenen Herzen nicht verwirren zu lassen. Dem Prediger ging es um das Halten der Balance zwischen Abgrenzung und Anpassung sowie um das Nachfolgen der gewaltfreien Spur Jesu. Die Fürbitten erinnerten daran, dass es während der Pandemie nicht nur um das eigene Heil gehe. Sie nahmen die Welt ins Gebet, erinnerten an die Würde des Einzelnen und gedachten den Opfern des Zweiten Weltkrieges nach dessen Ende vor 75 Jahren.