"In Stahringen ist Fasnacht heut da freut sich Groß und Klein": Als zu den Klängen des Stahringer Narrenmarschs alle Gruppen der Schoofwäscherzunft in die Homburghalle einzogen und sich die Bühne mit Schäfle, Schäfer, Holzer, Klepperle, Wäscherinnen, Schwarze Schoof und Musikern füllte, versprach das bunte Bild einen großartigen Abend. Schließlich feiert Zunftmeister Reinhard Sauter mit seiner Zunft in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen.

"Mein Name ist Jens und wie heißed ihr?": Der Ansager, und nach eigenen Angaben die "ärmste Sau der Fasnacht", Jens Weber, musste sich zu Beginn des Abends auf das Schlimmste einstellen, denn dass der Ortsvorsteher "Jürgen" heißt, wusste er natürlich längst, aber alle anderen blieben erst mal stumm. Deshalb begann er mit einer einfachen Aufgabe: "Wir zählen jetzt mal alle gemeinsam bis Drei – ich fange an, dann ihr und dann wieder ich", sagte Jens Weber und freute sich, dass das nach anfänglichen Schwierigkeiten gut klappte: "Ich bin begeistert, ihr habt euch was Großartiges verdient" – und er sollte Recht behalten. Die "Narresome" tanzten den "Jum(p)Bling", wobei Tanz der grandiosen Darbietung nicht gerecht wird, denn die Jüngsten der Zunft begeisterten zudem mit artistischen Einlagen. Auch die Teenies brachten mit ihrem "School Battle" einen tollen Tanz auf die Bühne. Eine Welt in Regenbogenfarben tanzten hingegen die Wäscherinnen zum gleichnamigen Hit.

Dickstes Narrenblatt aller Zeiten

Einer der Höhepunkte des Abends: Chefredakteur Rainer Zimmermann präsentierte das Narrenblatt, passend zum Jubiläum mit 60 Seiten das dickste Blatt seiner Geschichte. Zimmermann gab mit einer Anekdote aus dem Hause der Ehrenmitglieder Koch einen Vorgeschmack. Wie es kam, dass sich Hausherrin Rita versehentlich im Mostkeller einschloss und wer ihr zur Rettung eilte, während ihr Mann Werner "pfuste", gibt es exklusiv im "Schoofwäscher" nachzulesen – ab Schmutzige Dunschtig im ganzen Dorf.

Mit neuen Kostümen – seit neuestem sind die schwarzen Woll-Kostüme mit einem Schwänzle versehen – gehen die Schwarze Schoof in die Fasnacht. Damit sie für die heiße Zeit fit sind, begeben sie sich in die Sauna. Während es sich einige schwarze Schoof im heißen Dampf gemütlich machten, endete der Besuch für zwei der Schoof in einem heißen "Handtuch-Tanz". Einen Blick in die Zukunft wagte die Holzergruppe, die sich in ihrem Sketch "Dorfgespräch" auf dem geplanten neuen Dorfplatz am Bahnhof traf, während im Hintergrund das Seehäsle passierte.

Am Schmutzige Dunschtig lauern allerlei Gefahren

Die Klepperle-Gruppe widmete ihren witzigen Sketch den "Schnitzwiebern", um sie mit Verhaltensregeln für den Schmutzige Dunschtig zu wappnen – einem Tag an dem allerlei Gefahren lauern: in Form von Lärm beim Wecken frühmorgens, von Lehrern bei der Schul- und Kindergartenbefreiung, Likörle und Moscht beim Verhocken in gastlichen Häusern, von Holzer beim Narrenbaumstellen oder geisterhaften Gestalten beim Hemdglonkerumzug.

Spätestens nach dem fulminanten Klepperle-Finale könnte die Vorfreude auf eine bunte und lustige Fasnacht in Stahringen nicht größer sein.