Wenn Frösche und Schafe gemeinsam feiern, gibt es kein Halten mehr – so geschehen beim gemeinsamen Frühschoppen der Radolfzeller Froschenzunft und den Stahringer Schoofwäschern. Froschen-Präsidentin Annette Wrzeszcz und Reinhard Sauter, Vorsitzender der Schoofwäscher, konnten Vertreter zahlreicher befreundeter Zünfte, der Narrenvereinigungen sowie hunderte Narren in der randvollen Homburghalle begrüßen. Annette Wrzeszcz hatte ihre stärksten Waffen dabei: Froschenkapelle und Fanfarenzug. Einzig auf ihre Holzergruppe musste sie verzichten, fast die gesamte Gruppe hatte die Zunft im Dezember verlassen. Sauter ließ sich die Steilvorlage nicht nehmen: "Aber wo sind denn eure Holzer? Das ist sehr schlecht für unseren Umsatz." Schließlich seien die Holzer immer Garant für gute Bewirtungsumsätze gewesen. Der Stimmung sollte dies keinen Abbruch tun – gefeiert wurde bis in die frühen Abendstunden.

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Neben fulminanten Auftritten des Fanfarenzugs und der Güttinger Bad Bulls lieferte auch die Froschenkapelle unter Leitung von Tobias Franz musikalische Höchstqualität. Für ihre stimmungsvolle und mitreißende Musik wurde sie begeistert gefeiert. Neben der Narrenmusik wurden auch Fasnetsbräuche wie Preiskleppern und das Narrenblatt im Programm aufgegriffen. Hier haben die Schoofwäscher mit Ehrenmitglied und Obrist Rainer Zimmermann ein besonderes Ass im Ärmel. Bereits seit 1972 reimt er in seinem unverwechselbaren Stil für das Stahringer Blatt und gab beim Frühschoppen witzige gereimte Dorfgeschichten zum Besten.

Ansager Jens Weber unterstützt den "lustigen Hannoken" Dietmar Baumgartner beim Preiskleppern. Das Preiskleppern für Kinder hat bei den Schoofwäschern Tradition, beim Dreikönigsfrühschoppen durften ausgewählte Narren antreten. Bild: Petra Reichle
Ansager Jens Weber unterstützt den "lustigen Hannoken" Dietmar Baumgartner beim Preiskleppern. Das Preiskleppern für Kinder hat bei den Schoofwäschern Tradition, beim Dreikönigsfrühschoppen durften ausgewählte Narren antreten. Bild: Petra Reichle | Bild: Petra Reichle

Für die Schoofwäscher war der Auftritt der Froschenkapelle ein besonderes Geschenk – schließlich feiert die Zunft in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen, mit der Froschenkapelle verbindet sie seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Während die Kapelle ein unverzichtbares Aushängeschild der Froschenzunft ist, ist Jens Weber als brillanter Ansager und Improvisationstalent eines der unverzichtbaren Aushängeschilder für die Schoofwäscher. Verkleidet als "tollster Cowboy der Prärie" mit riesigem Cowboyhut eroberte Weber die Bühne und riss die Besucher gekonnt von ihren Sitzen: "Es tut mir sehr leid, ich will das selbst auch nicht, aber wenn wir gemeinsam turnen, wird die Hallenmiete billiger." Schließlich sei die Miete bei Sportveranstaltungen niedriger als bei Saufveranstaltungen. Unterstützt von einigen Musikern turnte er vor, hunderte Narren machten mit. Lediglich seiner Aufforderung, bei der anschließenden Massage den Schließmuskel mit einzubeziehen, wollten Musiker und Narren nicht so recht folgen.

Froschen-Präsidentin Annette Wrzeszcz und Reinhard Sauter, Vorsitzender der Schoofwäscher, begrüßen zum Dreikönigsfrühschoppen Vertreter zahlreicher befreundeter Zünfte, der Narrenvereinigungen sowie hunderte Narren in der randvollen Homburghalle. Bilder: Petra Reichle
Froschen-Präsidentin Annette Wrzeszcz und Reinhard Sauter, Vorsitzender der Schoofwäscher, begrüßen zum Dreikönigsfrühschoppen Vertreter zahlreicher befreundeter Zünfte, der Narrenvereinigungen sowie hunderte Narren in der randvollen Homburghalle. Bilder: Petra Reichle | Bild: Petra Reichle

Die Liebe zur Fasnacht bekam Jens Weber schon von Kindesbeinen an über sein Elternhaus mit, schließlich war sein Vater Ewald langjähriger Vorsitzender und Ansager der Schoofwäscherzunft. Jens Weber hatte 1985, kurz vor seinem siebten Geburtstag, beim bunten Abend seinen ersten Auftritt als Klepperle. Mit 16 Jahren glänzte er mit Christiane Koch im Sketch "Hänsel und Gretel" beim bunten Abend. "Schon in der Grundschule war ich für die Unterhaltung zuständig, am liebsten improvisiere ich spontan", erzählte Weber. Auch beim Theater in Konstanz steht er auf der Bühne, aber die Auftritte bei seiner Heimatzunft liegen ihm besonders am Herzen.

Für die musikalische Begleitung während des Dreikönigsfrühschoppens in Stahringen sorgt die Froschenkapelle in gewohnter Höchstqualität. Für ihre stimmungsvolle und mitreißende Musik wird sie begeistert gefeiert. Bild: Petra Reichle
Für die musikalische Begleitung während des Dreikönigsfrühschoppens in Stahringen sorgt die Froschenkapelle in gewohnter Höchstqualität. Für ihre stimmungsvolle und mitreißende Musik wird sie begeistert gefeiert. Bild: Petra Reichle | Bild: Petra Reichle

Beim Frühschoppen glänzte er mit einer improvisierten Diashow. Vier Narren wurden auf die Bühne gerufen, rund ein Dutzend Mal nahmen sie auf seinen Befehl "Kliiiiiiiick" eine neue Pose ein, die Weber dann kommentierte. "Die Nummer habe ich mir erst gestern Abend überlegt. Anhand der Dias wollte ich einen perfekten Tag beim Dreikönigs-Frühschoppen nachstellen, die Kommentare sind mir spontan in den Sinn gekommen", erläuterte er. Die Posen der vier Akteure hätte er nicht besser planen können, gewohnt treffend sein Kommentar, als die Vier in einer letzten Pose auf allen Vieren krabbeln: "Das war's, keiner kann sich mehr auf den Beinen halten. Aber was war das doch wieder für ein toller Frühschoppen bei uns in Stahringen."