Dass Werbung nicht immer langweilig sein muss, lernten die Zuschauer des Narrenspiegels der Bankholzer Joppen am Fasnachtssamstig. Zwischen den Programmpunkten wurden immer wieder Betriebe aus der Gemeinde Moos mit derben Sprüchen wie: "Zum Pflücken hatte ich keinen Bock, ich war saufen bei König-Hogg" oder "Ist dir beim Scheißen kalt und klamm, kauf 'ne Heizung bei Gerland Tham" beworben.

Ähnlich komödiantisch war auch der Auftritt von den Studejucker. In ihrem Programmpunkt "Die wilden Krieger" vertraten die Indianerfrauen Melanie Pfeifer, Simone Schnerring, Rosi Tröndle, Margit Graf, Helga Stoffel, Beatrix Kleutsch und Bettina Röttger ihre Männer, die wegen Burnouts unpässlich waren und stellten diverse Bleichgesichter an den Marterpfahl. Zunftmeister Martin Heller soll der Skalp abgetrennt werden, doch ein anderer Indianerstamm war vor ihnen da und hat kein Haar übriggelassen, so dass er unverurteilt entlassen werden muss.

Michael Tröndle (links) und Udo Deitrich versuchen gemeinsam mit ihren Mit-Indianern den abtrünnigen Rainer Dietrich mit einem Beschwörungstanz vom Stamm der Popandas zurückzubringen.
Michael Tröndle (links) und Udo Deitrich versuchen gemeinsam mit ihren Mit-Indianern den abtrünnigen Rainer Dietrich mit einem Beschwörungstanz vom Stamm der Popandas zurückzubringen.

Udo Dietrich, gespielt von Rosi Dietrich, wird wegen kostspieligen Shoppens zu einer Friedenspfeife mit seiner Frau verurteilt, doch er raucht nicht mehr. Alternativ soll er ihr dann in der Küche helfen, da fängt er doch lieber wieder mit dem Rauchen an. Weil das mit dem Richten nicht so klappen will, da sich immer wieder Gründe finden, die eine Verurteilung verhindern, sollen die anderen Bleichgesichter dem neuen Bürgermeister Patrick Krauss überlassen werden, da dieser "sonst nur zuhause sitzt und kleine Krieger macht".

Wie die Gallier bei Asterix streiten sich Gerland Tham (links) und Roland Graf um die Frische des Fisches.
Wie die Gallier bei Asterix streiten sich Gerland Tham (links) und Roland Graf um die Frische des Fisches.

In seiner Bütt machte Zunftmeister Martin Heller einen Ausflug durch das Höri-Reservat. Moos, Wangen und Schienen bekamen kuriose Namen wie: gnueg G’müs kha, gut Güll git gut Güll und oh jesses de Gockel. In blöd Hagetot (Gaienhofen) verehren sie einen verstorbenen Maler, Heller kann sich bloß nicht mehr erinnern, ob er Schweizer, Thüringer oder Hesse war. In jesses de Gockel sollen Schienen verlegt werden. "Ich hätte nichts dagegen Schienen zu verlegen", meint daraufhin der hellste aller Heller.

Im Stamm der Joppen gibt es jedoch auch andere Probleme. Rainer Dietrich ist abtrünnig geworden und hat sich dem Stamm der Popandas angeschlossen. Doch mit einem ausdrucksstarken Beschwörungstanz können die Indianer Udo Dietrich, Egi Pfeifer, Marko Schmid und Michael Tröndle ihn wieder ihrem Stamm anschließen.

Spielfiguren vollführen einen Tanz, der im Chaos endet (v.l.): Christiane Böse-Graf, Nathalie Fahrner, Wendel Overlack und Anna Bühren auf der Bühne.
Spielfiguren vollführen einen Tanz, der im Chaos endet (v.l.): Christiane Böse-Graf, Nathalie Fahrner, Wendel Overlack und Anna Bühren auf der Bühne.

Getanzt wurde auch bei den Hexen. Daniel Fahrner soll als Hausmeister fegen, doch überall stehen noch die Alkoholleichen von den Fasnachtsfestlichkeiten rum. Als keine der Alkoholleichen, gespielt von Nathalie Fahrner, Wendel Overlack, Clara Bühren, Anna Bühren, Markus Bühren, Christiane Böse-Graf, Christian Hangarter, Sascha Schmid, Ida Tham und Selma Tham, aufwachen will, fällt ihm auf, dass es sich um Spielfiguren handelt, die man aufziehen muss, damit sie sich bewegen. Was als schöner Tanz beginnt, endet für Hausmeister Fahrner im Chaos, denn die Spielfiguren beginnen verrückt zu spielen.

Für wertvolle Ratschläge und Dorftratsch sorgte De Bemsel, der angeheitert und Zigarre rauchend auf authentische Weise aus seinem und dem Dorfleben erzählte. Für den neuen Bürgermeister hat er noch einen wichtigen Rat: Er solle bei der Renovierung der Kirche in Bankholzen etwas Gescheites machen. "Schreib’s dir hinter die Ohren", rät er ihm mit erhobenem Zeigefinger und verlässt immer noch Zigarre rauchend die Bühne. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Entertainermusiker Roland.

Das könnte Sie auch interessieren