Für viele Kleinkinder gehört der Lolli-Test am Morgen, bevor es in den Kindergarten geht, seit einigen Monaten zum Alltag. Bislang waren die Corona-Tests für Kinder, die eine Kita besuchen, freiwillig. Seit dem 10. Januar sind sie nun verpflichtend für alle Kinder, die eine Kindertagesstätte besuchen.

Viele Familien begrüßen die Testpflicht, berichtet der Gesamtelternbeirat der Kindertagesstätten (GEB Kita). Aktuell hätte noch keine Familie ihr Kind aufgrund der Testpflicht abgemeldet, gibt Moritz Schade, Pressesprecher der Stadt, an.

Stadt stellt Tests kostenlos zur Verfügung

Dreimal pro Woche lutschen die Kleinen an einem Teststäbchen und sammeln damit ihren Speichel. Das sollte möglichst vor dem Frühstück und Zähneputzen passieren, damit das Testergebnis nicht verfälscht wird. Den Rest erledigen die Eltern. Der Test wird zu Hause mittels einer Testkassette ausgewertet.

Die Stadt Radolfzell hat sich für die Antigen-Schnelltests von AmonMed entschieden. Sie werden den Familien kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Land hatte den Kommunen freigestellt, ob pro Woche drei Antigen-Schnelltests oder zwei PCR-Tests durchgeführt werden. Ebenfalls konnte gewählt werden, ob zu Hause oder in den Einrichtungen getestet wird.

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In den Monaten, in denen die Tests noch auf freiwilliger Basis angeboten wurden, hatten einige Eltern bei den Sitzungen des GEB Kita Bedenken geäußert. Sie befürchteten einen erhöhten Zeitaufwand am Morgen. Vor allem für den Fall, dass die Testungen im Kindergarten durchgeführt würden.

Die Entscheidung der Stadt für die Testung zu Hause käme bei den Familien gut an, berichtet Isabelle Steidle vom GEB Kita: „Die Variante klappt gut und sie ist sinnvoll. Vor allem bei Kindern unter drei Jahren wäre es anders kaum machbar.“ Einen Vorteil sieht sie auch für die Erzieherinnen, für die die Durchführung der Testungen einen erheblichen Mehraufwand darstellen würde.

Auch Nachweise einer offiziellen Teststelle zählen

Montags, mittwochs und freitags werden die Kleinen zu Hause getestet. Dann füllen die Eltern ein Formular aus, auf dem sie bestätigen, dass ihr Kind am entsprechenden Tag getestet und der Test nach Anleitung durchgeführt wurde. Zusammen mit der Testkassette muss das Formular in der Kita abgegeben werden. Alternativ können Nachweise einer offiziellen Teststelle abgegeben werden.

Im Fall eines Antigen-Schnelltests darf diese maximal 24 Stunden, im Falle eines PCR-Tests maximal 48 Stunden zurückliegen. „Wenige Familien greifen auf diese Möglichkeit zurück“, heißt es aus der Pressestelle der Stadt.

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Sollte ein Kind die Kita einen oder mehrere Tage nicht besuchen, muss nach der Rückkehr auch dann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, wenn es sich um einen Dienstag oder Donnerstag handelt, berichtet Moritz Schade von der Pressestelle der Stadt. Die Ausgabe der Tests und der Rücklauf werde in der Kita zu Dokumentationszwecken erfasst.

Gesamtelternbeirat steht hinter dem Konzept

Die Einführung der Testpflicht wertet der GEB Kita als positiv. „Eltern, die bisher schon freiwillig mitgemacht haben, sind nun froh, dass alle Kinder getestet werden. Es macht keinen Sinn, wenn manche Kinder getestet werden und andere nicht. Wir möchten Infektionen aufdecken und Infektionsketten unterbrechen“, so Isabelle Steidle.

Selbst wenn Kinder selten schwer erkrankten, könnten sie zum Beispiel die vorerkrankte Großmutter infizieren. Zudem sei die Sicherheit für die Erzieherinnen größer: „Die Erzieherinnen fühlen sich mit der Testpflicht der Kinder sicherer und fairer behandelt“, so Steidle. Ebenso erhöhe die Testpflicht die Sicherheit für Kinder mit Vorerkrankungen und es sei schließlich nicht sicher, ob Kinder nach einer Corona-Infektion unter Spätfolgen und Long-Covid leiden könnten.