Für den Musikverein Stahringen ist er ein Glücksfall – seit mittlerweile 22 Jahren ist Gerhard Heckner Dirigent des 85-jährigen Vereins. Eigentlich hätte das Konzert „Best of Gerhard Heckner“ anlässlich seines damals 20-jährigen Engagements bereits im Jahr 2020 stattfinden sollen.

„Unser letztes Konzert war am 6. April 2019, seither hat die Pandemie uns daran gehindert, unser traditionelles Frühjahrskonzert zu veranstalten“, sagte der Dirigent zum Publikum. Damit in diesem Jahr endlich wieder ein Konzert stattfinden konnte, hatte er kurzerhand zum Herbstkonzert eingeladen.

Freude an anspruchsvollem Stück

Seinen Musikern machte er ein besonderes Geschenk: Sie durften Lieblingsstücke aus den vergangenen 20 Jahren per Abstimmung auswählen. Dass die Wahl auf das äußerst schwierige Stück „Tirol 1809“ von Sepp Tanzer fiel, freute den Dirigenten besonders. „Das Stück fordert von den Musikern sehr viel“, so Gerhard Heckner.

Beim Herbstkonzert gibt Lucia Vogel beim Stück „Ross Roy“ von Jacob de Haan ihr Debüt am Taktstock. Die Dirigat-Anwärterin ...
Beim Herbstkonzert gibt Lucia Vogel beim Stück „Ross Roy“ von Jacob de Haan ihr Debüt am Taktstock. Die Dirigat-Anwärterin bereitet sich auf ihre Prüfung vor und durfte in der Homburghalle ihr Prüfungsstück dirigieren. | Bild: Petra Reichle

Zu einem weiteren musikalischen Höhepunkt des Abends wurde der Pop-Song „Baker Street“ von Gerry Rafferty, bei dem Manuel Haltmeyer mit einem fulminanten Saxophonsolo glänzte. Ein besonderer Abend wurde es nicht nur für Gerhard Heckner, sondern auch für die Musikerin Lucia Vogel. Sie spielt normalerweise an der Querflöte. Beim Konzert durfte sie auch einmal den Taktstock übernehmen. Sie befindet sich gerade in der Dirigat-Ausbildung. „Ich wäre sagen: Debüt gelungen“, lobte Gerhard Heckner.

Große Freude über Ehrungen

Bei diesem Konzert wurden zudem die Ehrungen durch Johannes Steppacher, Präsident des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee, zu einem Höhepunkt des Abends. Er ehrte Lucia Vogel für zehn Jahre Mitgliedschaft im Blasmusikverein mit der Ehrennadel in Bronze. Die Ehrennadel in Silber erhielten Tamara Buhl und Walter Merk für jeweils 20 Jahre.

Johannes Steppacher (2.v.r.) mit geehrten Musikern (v. l.): Walter Merk, Markus Haltmeyer, Tamara Buhl, Lucia Vogel, Michael Hirling, ...
Johannes Steppacher (2.v.r.) mit geehrten Musikern (v. l.): Walter Merk, Markus Haltmeyer, Tamara Buhl, Lucia Vogel, Michael Hirling, Elmar Birr, Rolf Haltmeyer, Gerhard Heckner. | Bild: Petra Reichle

Markus Haltmeyer und Gerhard Heckner erhielten die Ehrennadel in Gold mit Urkunde des Bundes Deutscher Blasmusikverbände für ihre beeindruckende 40-jährige Mitgliedschaft in einem Blasmusikverein. Beide sind nun auch Ehrenmitglieder des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee. Gerhard Heckner erhielt mit der Verdienstnadel in Gold mit Urkunde eine weitere Ehrung für sein Engagement.

„Das Leben der Menschen im Dorf geprägt“

„Sie haben das Leben der Menschen Dorf geprägt“: mit diesen Worten wandte sich Johannes Steppacher an Rolf Haltmeyer, 1. Vorstand und Trompeter des Vereins. Er wurde für unglaubliche 50 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der großen Ehrennadel in Gold mit Urkunde des Bunds Deutscher Blasmusikverbände sowie mit der goldenen Ehrennadel des Verbands ausgezeichnet. Zudem erhielt er die Verdienstnadel in Gold für seine 20-jährige Tätigkeit als Vorstand.

Ebenso unglaubliche 50 Jahre widmeten auch Michael Hirling und Elmar Birr der Blasmusik. Sie wurden ebenfalls mit der großen Ehrennadel in Gold mit Urkunde des Bunds Deutscher Blasmusikverbände sowie der goldenen Verbandsnadel ausgezeichnet.

Blasmusik im Herzen

Tobias Haltmeyer dankte den Geehrten im Namen aller Musiker für die insgesamt 250 Jahre, für die sie an diesem Abend ausgezeichnet wurden. Als Ehrenmarsch für alle Geehrten spielten die Musiker das Badner Lied. Zudem überreichte Johannes Steppacher den Jungmusikern Jule Jerg und Felix Hamburger das bronzene Leistungsabzeichen.

Gerhard Heckner konnte den Konzertbesuchern einen wunderschönen Konzertabend bereiten. Johannes Steppacher dankte dem engagierten Dirigenten: „Danke, dass Sie die Blasmusik in ihrem Herzen haben.“