Zur Amriswiler Kulturnacht besuchte Simon Gröger zum ersten Mal als Oberbürgermeister zusammen mit Bürgermeisterin Monika Laule, etlichen Stadträtinnen und Stadträten sowie Teilnehmern der Radolfzeller Kulturnacht die Radolfzeller Partnerstadt in der Schweiz. Grögers Amtskollege, der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo, begrüßte laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung die Radolfzeller Delegation und besichtigte zusammen mit ihr verschiedene Stationen der Kulturnacht.

Wertvolle Städtepartnerschaft

In seiner Begrüßung hob Oberbürgermeister Simon Gröger hervor, wie wichtig und wertvoll die Städtepartnerschaft für die beiden Kommunen ist. „Es ist mir ein sehr großes Anliegen, diese engen Verbindungen auch in Zukunft durch einen freundschaftlichen und herzlichen Dialog sowie eine konstruktive Zusammenarbeit weiter fortzuführen und zu verfestigen“, betonte das Radolfzeller Stadtoberhaupt. Darüber hinaus zeigte er sich beeindruckt von der Vielfalt der Amriswiler Kulturszene, die ihm Gabriel Macedo präsentierte.

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Der Amriswiler Stadtpräsident freute sich sehr über den Besuch aus Radolfzell: „Es ist mir eine große Ehre, den Radolfzeller Oberbürgermeister Simon Gröger mit einer Delegation in Amriswil begrüßen zu dürfen und verschiedene Highlights zu besuchen“, hob er in seiner Ansprache hervor. Und fügte scherzend hinzu: „Das zwischen uns, also zwischen Radolfzell und Amriswil, ist ja inzwischen mehr als ‚nur‘ eine Freundschaft. Wir müssten eigentlich unseren Beziehungsstatus auf Facebook auf ‚in einer Beziehung‘ oder sogar auf ‚verheiratet‘ setzen.“

Dabei könne man die Partnerschaft sehr gut mit einer Beziehung vergleichen, so Macedo: „Wir achten und schätzen uns sehr. Wir schauen aufeinander. Wir helfen einander, wenn Hilfe benötigt wird. Wir sind aber beide immer unabhängig und eigenständig.“

Verbindung besteht seit 80 Jahren

Die freundschaftlichen Verbindungen zu Amriswil, die laut der Stadtverwaltung seit vielen Jahren das gesellschaftliche Leben in beiden Kommunen auf vielfältige Weise bereichern, haben eine lange Tradition: Seit 80 Jahren besteht die Städtepartnerschaft der beiden Kommunen. Entstanden ist sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Not der Kinder in Deutschland rüttelte die Menschen in Amriswil auf, und sie begannen zu helfen, so die Mitteilung.

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Maßgeblich verantwortlich für den Aufbau der Kontakte zwischen Amriswil und Radolfzell war Julius Hauser, Direktor der Radolfwerke in Radolfzell und schweizerischer Staatsbürger. Da er als Hauptmann der Schweizer Armee während des Krieges mit seiner Einheit in Amriswil stationiert war, habe er hier eine Patengemeinde und in Gemeindeammann Carl Müller einen engagierten Helfer gefunden.

Große Hilfsbereitschaft ist unvergessen

Als offizieller Start der Städtepartnerschaft gilt der 13. Dezember 1945. An diesem Tag beschloss der damalige Radolfzeller Gemeinderat, dass dank der Unterstützung der Schweizer Nachbarn eine Schülerspeisung durchgeführt werden kann. In den Folgejahren 1946, 1947 und 1948 schickten die Amriswiler immer wieder Hilfspakete mit dringend benötigten Lebensmitteln, Medikamenten und Schuhen nach Radolfzell. Bezahlt wurden diese teilweise aus der Gemeindekasse.

Die große Hilfsbereitschaft und Solidarität der Amriswiler ist bis heute unvergessen, betont die Stadt. So bedankte sich Oberbürgermeister Simon Gröger in seiner Rede für diese Unterstützung: „Die Radolfzellerinnen und Radolfzeller werden die Erinnerung an diese Hilfe stets wachhalten und im Herzen tragen.“

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An der Kulturnacht in Amriswil wirkten auch Radolfzeller Künstler mit. Im Gegenzug tritt die Amriswiler Musikerin Selina Schildknecht an der Kulturnacht in Radolfzell, die Sonntag, 2. Oktober, stattfindet, an verschiedenen Stationen in der Innenstadt mit ihrer Gitarre auf, wie in der Mitteilung angekündigt wird.