Seit 30 Jahren betreibt die Familie von Derja Yildirim die beiden Mettnaubäder. Ihr Vater Yüksel Stein war einer der ersten kurdisch-stämmigen Strandbad-Pächter am Bodensee. Ihre Mutter Perihan Stein wirkte 30 Jahre als Küchenchefin im Strandbad und verwöhnte die Gäste mit selbstgemachten türkischen Spezialitäten. Eigentlich sind ihre Eltern seit dem vergangenen Jahr Rentner, doch wegen des Corona-bedingten Personal-Notstands halfen sie aus.

„Das Strandbad ist für mich ein Stück Heimat“

Am 30. September läuft ihr Pachtvertrag mit der Stadt aus. Ihr Entschluss aufzuhören, erstmal Pause zu machen und neue Wege zu gehen, stehe schon lange fest, erklärt Derja Yildirim – unabhängig von den hohen Richtwerten in der neuen Ausschreibung, die eine Verdreifachung der Pachtkosten zulassen. „Aber die Entscheidung ist mir dadurch leichter gefallen“, räumt sie ein.

„Das Strandbad ist für mich ein Stück Heimat mit vielen Erinnerungen, ich bin hier aufgewachsen, habe schon früh bei den Eltern mitgearbeitet. Ich kenne hier jeden Strauch, jeden Baum und alle Stammgäste persönlich, habe viele Freunde hier gefunden. Es war eine sehr schöne Zeit!“ Sie hoffe, dass die Mettnaubäder in gute Hände kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mitglieder der Initiative „Mettnau für alle“ verabschiedeten sich mit einer kleinen Feierstunde im Strandbad von den beiden Familien und würdigten deren unermüdlichen und engagierten Einsatz für einen reibungslosen Betrieb und Wohlfühl-Atmosphäre in den Bädern. „Sie erlebten hautnah den Umbau des Seebades mit all seinen Widrigkeiten und Komplikationen“, merkten Eva Kulisch und Alfred Heim in ihrer Rede an.

„Vor allem mussten Sie viele Steine, die Ihnen im Strandbad – und nicht nur in der Pappelallee – in den Weg gelegt wurden, immer wieder, so gut es ging, beseitigen. Das war kräftezehrend und nervenaufreibend.“ Dass die Familien immer den Überblick bewahrt und die letzte schwierige Saison mit vielen Helfern bravourös gemeistert hätten, verdiene Wertschätzung. „Das hätte niemand so geschafft, wir werden Sie vermissen!“