Auch in Zeiten einer Pandemie gilt es, Einsatz-und Rettungskräfte einsatzfähig zu halten. Spätestens mit der Urlaubszeit ist für die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) am See die arbeitsintensivste Zeit angebrochen. Denn je mehr Menschen sich am und im Wasser vergnügen, desto mehr Unfälle treten auf. Aktuell kann die DLRG Radolfzell an ihrem neuen Sitz im Seebad verkünden, dass die „Einsätze ganz normal verlaufen. Wir sind alarmierbar“, sagt Sandra Götting, 2. Vorsitzende des Vereins.

Auch die Einsatzkräfte aus den eigenen Reihen sind mit wenigen Ausnahmen alle einsatzfähig. In den Einsätzen selbst läuft fast alles genau so wie zu anderen Zeiten. Auf Hygiene haben die DLRGler auch schon vor der Corona-Pandemie besonders achten müssen. Aktuell kommt zudem noch ein Mundschutz zum Einsatz. „Wir agieren eigentlich wie sonst auch“, führt Götting aus. Fahrzeuge und Boote werden wie immer intensiv gereinigt und desinfiziert.

Dass trotz der geänderten Umstände alles sehr reibungslos abläuft, führt Sandra Götting auf die schnelle Umstellung der DLRG auf digitale Ersatzangebote zurück. So hat man sich kurzerhand auf Video-Vorstandssitzungen und Online-Seminare bei der Fortbildung umgestellt. Das wurde auch vom Landesverband unterstützt beziehungsweise forciert. Das klappt besser, als Sandra Götting sich im Vorfeld vorstellen konnte: „Wahrscheinlich werden wir einiges davon auch in Zukunft so weiterführen.“

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Probleme gibt es in einem anderen Bereich. Viele Veranstaltungen, die die DLRG kostenpflichtig begleitet und absichert, mussten in diesem Jahr ausgefallen. Dazu zählen unter anderem das Hausherrenfest und das eigene Seeschwimmen, bei dem Schwimmer unter DLRG-Beobachtung von Iznang nach Radolfzell schwimmen können. Auf diese Weise fehlen Einnahmen.

Auf der Einnahmenseite steht aktuell immerhin die Absicherung der Dreharbeiten zur „WaPo Bodensee„, die trotz der Pandemie-Einschränkungen im Herzenbereich stattfinden. Darüberhinaus fallen derzeit die Kinderschwimmkurse aus, die man normalerweise im Schwimmbad auf der Mettnau durchführt. „Das komplette Schwimmtraining ist bis zum Ende der Sommerferien – und vielleicht auch noch länger – gestrichen“, sagt Sandra Götting.

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Durch den Ausfall befürchtet sie längerfristige Folgen für die Schwimmfähigkeit der Kinder. „Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen“, sagt sie. Dabei ist die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen laut statistischen Erhebungen in den vergangenen Jahren ohnehin schon geringer geworden. Als mögliche Ursache werden die Schließungen von Freibädern in allen Bundesländern angeführt. Am Bodensee war die Schwimmfähigkeit junger Menschen bisher immer verhältnismäßig gut, auch dank der DLRG.