Eigentlich hat man sich schon daran gewöhnt, überall wo man einkaufen geht, eine Bedeckung für Mund und Nase zu tragen. Nicht nur in geschlossenen Räumen, auch auf vielen Wochenmärkten ist dies Pflicht. Doch die Stadt Radolfzell hebt ab Mittwoch, 13. Mai, die Vorgabe, eine Mund- und Nasenschutz auf dem Wochenmarkt zu tragen, wieder auf. Dies schreibt die städtische Pressesprecherin Nicole Stadach in einer Presseinformation.

Grund dafür seien die erfreuliche Entwicklung der Fallzahlen in Radolfzell. Laut Stadach soll es nach Informationen des Landkreis Konstanz seit dem 17. April, also seit mehr als drei Wochen, keine Neuinfektionen in Radolfzell gegeben haben.

Seit dem 17. April hat es keine Neuansteckung gegeben

Hier liege der Stand an Infizierten seit dem 17. April konstant bei 63 Personen. Viele davon seien mittlerweile längst wieder gesund. Die Testung bei Verdachtsfällen würde weiterhin vorgenommen, schreibt Nicole Stadach. Die genaue Anzahl von Tests, die Radolfzell betreffen, lägen der Stadt allerdings nicht vor. „Wir gehen davon aus, dass die Disziplin der Bürger und auch der Unternehmen dazu beigetragen hat, dass der Infektionsverlauf so stabil ist“, so die Pressesprecherin.

Die Empfehlung, eine Gesichtsmaske zu tragen, bleibe jedoch bestehen, schreibt Nicole Stadach weiter. Die Abstands- und Hygieneregeln würden ebenfalls weiter gelten. Im Landkreis Konstanz hat es seit Beginn der Pandemie, Stand Dienstag, 12. Mai, 12 Uhr, 494 Corona-Infizierte gegeben, 67 sind aktuell noch krank, davon werden sechs im Krankenhaus behandelt, 415 sind wieder gesund, zwölf sind verstorben.

Händler freuen sich über die neue Freiheit

Für Metzgermeister Julian Böhm, der jede Woche einen Stand auf dem Wochenmarkt hat, ist die Abschaffung der Maskenpflicht eine tolle Neuigkeit. „Für uns als Verkäufer war das Tragen der Masken schon unangenehm“, sagt er. Nach ein paar Stunden mit Mundschutz auf dem Wochenmarkt sei man doppelt so erschöpft gewesen wie ohne Mund-und Nasenbedeckung.

Für die Kunden sei es deutlich angenehmer, da diese die Maske nur kurze Zeit tragen müssten. Auch habe er den Eindruck gehabt, die meisten hätten sich mittlerweile daran gewöhnt. „Auch wenn durch das Tragen der Masken der Abstand weniger eingehalten wurde“, so seine Beobachtungen. Ohne Maske müssen man aber wieder mehr darauf achten, anderen Menschen nicht zu nahe zu kommen.

Kommunikation mit den Kunden war schwer

Auch Martin Lafar aus Öhningen ist regelmäßig auf mehreren Wochenmärkten in der Region mit seinem Obst- und Gemüsestand vertreten und freut sich, dass er und seine Mitarbeiter zumindest in Radolfzell keinen Mundschutz mehr tragen müssen. „Für mich war das am Anfang wirklich anstrengend“, sagt der Landwirt von der Höri. Auch sei die Kommunikation mit den Kunden durch die Gesichtsbedeckung sehr schwer gewesen.

Oft habe man sich nicht verstanden, man habe lauter sprechen müssen und dies von morgens bis zum Nachmittag. „Das kostet alles Energie“, sagt er. Durch den Verkaufsstand an sich würden seine Mitarbeiter schon ausreichend Abstand zu den Kunden halten. Der Landwirt hofft, dass ohne Gesichtsschutz die Marktbesucher die Abstandregeln einhalten. Dies habe seit Einführung der Maskenpflicht etwas gelitten.

Lob an diszipliniertes Verhalten

„Endlich kann ich meine Kunden wieder richtig erkennen“, sagt Peter Schluck vom Dinkelbäck erfreut. Auch er freut sich über die Lockerung der Corona-Verordnung in Radolfzell. „Man bekommt wieder ein Gefühl von Freiheit, es geht wieder ein kleines bisschen aufwärts“, beschreibt er den Wegfall der Maskenpflicht. Doch hat er auch lobende Worte für die Marktbesucher: Die meisten hätten sich diszipliniert an die Regeln gehalten. Dies sei wohl nun die Belohnung für ihr besonnenen Verhalten, findet Schluck.

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