Skater wünschen sich seit Längerem, dass der Skateplatz am Herzengelände erweitert und mit Flutlicht ausgestattet wird. Nachdem es in den vergangenen Jahren auf dem Gelände vermehrt zu Konflikten kam, da unterschiedliche Sportgruppen sowie Eltern mit ihren Kindern die Bahnen als Spielplatz nutzen, ist die Idee entstanden, den Skateplatz um eine Anlage für Biker, Scooter-Fahrer und eventuell einen Laufradtrack zu erweitern.

Rolf Weishaupt von der mobilen Jugendarbeit stellte im Jugendgemeinderat (JGR) vor, wie das Gelände umgestaltet werden könnte. Eingeladen waren ebenfalls Vertreter des Vereins Knallbrett, einer Vereinigung von Skatern, die sich im Landkreis für ihre Sportart einsetzen.

Wiese am Skatepark ist der beste Ort

„Auf der Anlage wird es eng, manchmal auch gefährlich“, sagte Weishaupt. Die Situation habe sich verschärft, da dass das Gelände, das Biker im Altbohl genutzt und um einige selbstgebaute Schanzen ergänzt hatten, aus Haftungsgründen gesperrt wurde. Ein Arbeitskreis des Jugendgemeinderats hatte sich in der vergangenen Amtsperiode mit der Frage befasst, wo eine neue Bike-Anlage entstehen und wie sie aussehen könnte. In Radolfzell gebe es nicht viele geeignete Orte, war das Fazit der Jugendlichen. Die Wiese am Skatepark sei der beste Ort. Die Stadt griff den Vorschlag auf.

Die Mitglieder des Jugendgemeinderats diskutieren im Kinderkulturzentrum Lollipop über die Erweiterung des Skateplatzes. Rolf Weishaupt ...
Die Mitglieder des Jugendgemeinderats diskutieren im Kinderkulturzentrum Lollipop über die Erweiterung des Skateplatzes. Rolf Weishaupt von der Mobilen Jugendarbeit (Mitte) stellt das Konzept der Stadt vor. | Bild: Natalie Reiser

Rolf Weishaupt stellte das Konzept vor, das Philipp Feldschmid von der Abteilung Landschaft und Gewässer zu Papier gebracht hatte. Die gesamten Kosten für den Neu- und Umbau der Anlage würden mit 310.000 Euro kalkuliert, so Weishaupt. Aktuell stünden dafür keine Haushaltsmittel zur Verfügung. Im Februar solle das Thema aber in einem Ausschuss erneut diskutiert werden, gab er bekannt.

Weishaupt sähe in dieser Lösung gleich mehrere Vorteile vereint: Entstünde an dieser Stelle ein großer Bikepark für alles, was rollt, dann steige die Attraktivität der Anlage und gleichzeitig könnten Konflikte vermindert werden. An dieser Stelle gebe es keine Wohnbebauung und so gut wie keine Probleme aufgrund von Ruhestörung. Auch für Jugendliche, die von auswärts kommen, sei der Platz mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Kritik vom Verein Knallbrett

Jacob Mauersberger, Vorsitzender des Vereins Knallbrett, äußerte sich nach der Sitzung weniger euphorisch. Als Vater verstehe er, dass auch Kinder und andere Sportler Skaterbahnen nutzen wollen. „Das ist das moralische Dilemma, in dem wir Skater stecken“, sagt er. Skateranlagen seien öffentlich und für alle zugänglich. Andererseits gebe für die Sportart, die seit 2020 olympisch ist, wenig adäquate Trainingsmöglichkeiten.

„Im Skaten gibt es bestimmte Standards für die Bahnen, auf denen wir gerne üben würden.“ Nun gehe es um eine Erweiterung des Skateparks, aber nicht im Interesse der Skater. „Das ist so, wie wenn ein zusätzliches Fußballfeld geplant wird, aber dann wird ein Handballfeld angelegt.“

Zur Diskussion um die Erweiterung des Skateplatzes lud der Jugendgemeinderat Vertreter des Vereins Knallbrett ein, der sich im Landkreis ...
Zur Diskussion um die Erweiterung des Skateplatzes lud der Jugendgemeinderat Vertreter des Vereins Knallbrett ein, der sich im Landkreis um die Belange von Skatern kümmert. Vorsitzender Jacob Mauersberger (zweiter von links) verfolgt die Gesprächsrunde, die Lucas Pascual Maier, Vorsitzender des JGR (rechts), leitet. | Bild: Natalie Reiser

Sponsoren-Suche soll beginnen

Auch in der Vergangenheit habe es Unterschiede zwischen der Planung und Realisierung des Platzes gegeben, stimmt Radolf Schoepke vom JGR zu: „Der Skateplatz ist super geworden, aber anders als geplant.“ Für den Vorschlag, Anfang des nächsten Jahres einen runden Tisch mit allen Beteiligten zu organisieren, erhielt Jugendreferentin Eva-Maria Beller Zustimmung. Dort könnte neben Fragen der Gestaltung auch beraten werden, ob es sinnvoll und möglich wäre, eine Beleuchtung des Platzes bereits vor der Erweiterung zu realisieren, so Paula Kempter.

Bis dahin wollen die Jugendgemeinderäte sich auf die Suche nach Sponsoren machen. Zur Diskussion steht in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Förderung durch das Programm „Demokratie leben“.

Das könnte Sie auch interessieren