Vor knapp zwei Wochen erließ die Stadt ein Party-Verbot auf der Mettnau. Von 22 bis 7 Uhr sind laute Partys mit Musik in den Parkanlagen verboten. Die Mitglieder des Jugendgemeinderates setzten dieses Thema kurzfristig auf die Tagesordnung ihrer jüngsten Sitzung.

Susann Göhler-Krekosch, Vorsitzende des Präventionsrates, fragte die Jugendlichen nach ihrer Meinung zu dieser Entscheidung und überlegte mit ihnen, wie man friedliche Lösungen finden könnte, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden.

Verbot „betrifft uns alle“

Göhler-Krekosch erklärte zu Beginn, sie sei ohne konkrete Vorschläge gekommen. Ihr sei es wichtig zu erfahren, wie die Jugendräte zu dem Party-Verbot stünden. Vor einigen Jahren seien auch die Veranstaltungen der Zeller Kultur „auf der Kippe gestanden“, erinnerte sie. Damals wurde entschieden, dass zehn Veranstaltungen pro Jahr an der alten Konzertmuschel durchgeführt werden können.

Sie fürchte, dass Jugendlichen durch dieses generelle Verbot Freiräume genommen würden, die Erwachsene in ihren Wohnungen oder Gärten durchaus nutzen: „Jeder von uns feiert doch einmal lauter, auch nach 22 Uhr“, so die Stadträtin. Katharina Gätjens vom Seniorenrat, die der Sitzung beiwohnte, nannte die Entscheidung „einen ungeschickten Schnellschuss“. Das Verbot betreffe nicht nur Jugendliche. „Es betrifft uns alle“, so die Seniorenrätin.

Der Mettnau-Park: An manchen Abenden ist es hier völlig ruhig. An anderen treffen sich Gruppen, um lautstark zu feiern.
Der Mettnau-Park: An manchen Abenden ist es hier völlig ruhig. An anderen treffen sich Gruppen, um lautstark zu feiern. | Bild: Natalie Reiser

Die Jugendlichen begrüßten, dass Susann Göhler-Krekosch den Dialog mit ihnen suchte. In einer ruhigen Diskussionsrunde meldeten sich viele von ihnen zu Wort und schilderten, wie sie das Verbot beurteilten.

Verständnis für Anwohner-Klagen

Leon Löchle zeigte Verständnis für die Klagen der Anwohner und Gäste. Vor einem Hotel treffe sich des Öfteren eine Gruppe, die laut feiere. Allerdings kritisierte er, dass die Stadt nicht auf den Jugendgemeinderat zugegangen sei, bevor eine Entscheidung getroffen wurde. Dieser Meinung schloss sich Karolina Wick an: „Der Jugendgemeinderat kann nicht einfach übergangen werden.“ Carolina Groß fand: „Es ist unglaublich schade für alle, die sich korrekt verhalten haben.“

Elena Gnann, die auf der Mettnau wohnt, schätzte, für den betroffenen Hotelbetreiber stelle der Lärm wahrscheinlich ein Problem dar. Dass die Parkanlagen durch eine Partyszene verschmutzt und vermüllt würden, könne sie nicht bestätigen. „Mich wundert das schnelle Verbot“, fügte sie hinzu.

Mehr Mülleimer und Nachtwanderung

Teilweise sammle sich tatsächlich Müll um die Mülleimer, meinten einige Mitglieder. Doch das sei unvermeidbar, da nur wenige Mülleimer zur Verfügung stünden. Eine Lösung für dieses Problem könnte sein, mehr Mülleimer, auch für Pizzakartons, aufzustellen.

Susann Göhler-Krekosch schlug vor, eine Nachtwanderung an einem Wochenende zu organisieren, um zu sehen, „ob es subjektiv oder objektiv laut“ sei. Jannik Probst begrüßte diese Idee. So könne man auch herausfinden, ob die Jugendlichen, die dort feiern, aus Radolfzell kommen oder von auswärts. Und man könne ihnen vorschlagen, auf andere Orte auszuweichen, wie den Grillplatz oder das Herzenbad.

Jugendliche wollen mit Anwohnern reden

In der Diskussion kam ebenfalls die Idee auf, einen Kompromiss zu finden: Wenn Feiern direkt am Seeufer zugelassen würden, müssten Jugendliche nicht um 22 Uhr Schluss machen. Auf das Ruhebedürfnis der Anwohner könne so trotzdem Rücksicht genommen werden.

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Fabian Arnz schlug zudem vor, auf die Anwohner zuzugehen und den Dialog zu suchen, wie dies gemacht wurde, als die Jugendhütte im Altbohl erbaut wurde. Susann Göhler-Krekosch befürwortete die positiven Ansätze der jungen Leute, die Kommunikation mit den Betroffenen zu suchen. „Es geht um gegenseitigen Respekt und Wertschätzung“, meinte sie. Jannik Probst regte zusätzlich an, Jugendliche über soziale Netzwerke für dieses Thema zu sensibilisieren und zu vermitteln: „Feiern ja! Aber achtet andere dabei!“