Die VHS im Landkreis Konstanz kann in diesem Jahr auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken. Durch die Fusion der VHS Konstanz-Singen mit der VHS Radolfzell im Jahr 2016 ist eine Volkshochschule entstanden, die auch in Krisenzeiten bestehen kann.

„Die Fusion hat sich bewährt und bietet viele Vorteile durch die Kooperation“, befand jetzt Bürgermeisterin Monika Laule während der offiziellen Vorstellung des Programms für das kommende Trimester.

350 Online-Kurse

Insgesamt bietet die Volkshochschule im Landkreis Konstanz in den kommenden Monaten knapp 1300 Kurse und Veranstaltungen an. Rund ein Viertel der Kurse wird dabei online angeboten. Damit sind diese rund 350 Veranstaltungen von den Teilnehmern vollkommen ortsunabhängig zu belegen.

Auch sonst schreitet die Virtualisierung und Digitalisierung bei der VHS und den angebotenen Fortbildungen voran. Die virtuelle Geschäftsstelle ist rund um die Uhr erreichbar und die Programme für die Trimester sind neben den gedruckten Flyern ebenfalls über die Internetseite der Volkshochschule herunterladbar.

VHS will sich online noch weiterentwickeln

Nach Ansicht von VHS-Geschäftsführerin Nikola Ferling ist der Prozess noch längst nicht abgeschlossen. Auch wenn in diesem Jahr in der Zeit von Januar bis August bereits 12500 Stunden im Online-Kursverfahren stattfinden konnten, „wird sich in den nächsten Jahren noch viel entwickeln“, sagte sie.

„Wir sind mitten im Prozess“ führte Ferling weiter aus. Ohnehin hat sich das Nutzerverhalten der VHS-Kunden in der jüngsten Zeit geändert. „Wir stellen ein verändertes Anmeldeverhalten fest. Die Menschen entscheiden kurzfristiger und bevorzugen kürzere Kurse“, erläuterte die Geschäftsführerin.

Auch wenn sich daraus eine organisatorische Herausforderung ergibt, hat sich nach ihrer Aussage „die Umstellung von Halbjahresprogrammen auf das Trimester sehr bewährt“, wie sie sagte.

Pilotprojekt mit anderen Volkshochschulen

Eine weitere Verbesserung des Angebotes komme durch ein Pilotprojekt zustande, an dem die VHS im Landkreis Konstanz teilnimmt. Zusammen mit zwei Kooperationspartnern aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut soll eine neue virtuelle Volkshochschule die Digitalisierung vorantreiben und innovative Unterrichtskonzepte entwickeln.

Das aktuell vorgestellte Herbstprogramm hat dementsprechend einige Höhepunkte vorzuweisen. In 70 Vorträgen, die online, hybrid oder in Präsenz stattfinden, werden viele Persönlichkeiten kontroverse Themen diskutieren.

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Unter anderem wird sich Karl Lauterbach am 19. Oktober im Gespräch über ein faires und effizientes Gesundheitssystem austauschen und der ehemalige Nachtcafé-Moderator Wieland Backes am 12. Oktober in Singen und am 13. Oktober in Konstanz seine Autobiographie vorstellen.

Demokratie als weiteres Themenfeld

Eng verknüpft mit der VHS im Landkreis Konstanz und der Stadt Radolfzell ist seit vier Jahren auch das Bundesprogramm „Demokratie leben“. Die Koordinierungs- und Fachstelle ist in der Radolfzeller Geschäftsstelle angesiedelt und bietet in diesem Jahr auch wieder einige Vorträge und Veranstaltungen, die die Demokratie stärken, die Vielfalt fördern und den Extremismus bekämpfen wollen.

Wie Projektkoordinatorin Maria Fülberth bei dem Termin betonte, bietet die Partnerschaft mit der VHS „unglaublich viele Vorteile“, wie sie sagte. Weil die Volkshochschulen mit ihren Programmen aktiv gegen die Vereinsamung der Menschen arbeite, indem Kontakte und Gesprächspartner angeboten werden, wirke diese auch „gegen die Verengung der Positionen“, sagte sie.

Damit stärken sie gleichzeitig die Demokratie, die von Pluralität und Toleranz lebt´, findet Fülberth. Das wird auch durch einige Veranstaltungen untermauert. Neben dem Internationalen Tag der Demokratie am 18. September wird es unter anderem einen Vortrag von Wolfgang Benz geben, der die Verbindung „Vom Vorurteil zur Gewalt“ im kleinen Saal des Milchwerks herstellt.