Die Stadtbibliothek wartet mit einem neuen Angebot auf: Künftig gibt es neben Büchern, Spielen, CDs und Filmen auch technische Geräte zu leihen. Durch das Förderprogramm Wissenswandel für Bibliotheken und Archive und eine Spende der Messmer-Stiftung konnten Geräte im Wert von 40.000 Euro angeschafft werden. Bei dem breitgefächerten Angebot dürfte für jede Generation etwas dabei sein.

Ausgeliehen werden verschiedene kleine Bodenroboter, die von Kindern ab dem Kindergartenalter bedient werden können, sowie Geräte, die erste Schritte im Programmieren erlauben. Außerdem Tablet-Computer, verschiedene Kameras, Film- und Wiedergabegeräte sowie ein Dia-Digitalisierer. Am Samstag, 7. Mai, können Familien die Geräte am „Familien Maker Day“ (“Macher-Tag für Familien“) ansehen und testen.

Die Geräte werden im ersten Obergeschoss der Bibliothek in zwei Glasvitrinen aufbewahrt. Am 7. Mai werden neun Stationen aufgebaut, an denen Familien die Geräte näher in Augenschein nehmen und testen dürfen. Fachleute aus den Bereichen IT und Medienpädagogik sowie das Team der Stadtbibliothek werden die neuen Angebote präsentieren.

Technik für alle erlebbar machen

Zum Beispiel den niedlichen Bee-Bot-Bodenroboter in Form einer Biene (Bee), der von den Kleinsten per Knopfdruck bedient und verschiedene Strecken abfahren kann. Oder den Schneideplotter für den Hobbybereich, der, über eine App gesteuert, Designs auf verschiedene Materialien überträgt. „Das ist ein schönes Angebot für kreative Köpfe“, findet Madeline Kreissner von der Stadtbibliothek, die sich hauptsächlich um technische Themen in der Bücherei kümmert.

Wer einen Video-Auftritt im Internet plant oder bei einem Familienfest eine Fotopräsentation zeigen möchte, könnte sich für Kameras, Green Screen und Beamer interessieren. „Das Angebot ist ein wichtiges Element, um Technik für alle erlebbar zu machen und das Technikverständnis von Kindern zu steigern“, lobt OB Simon Gröger.

Hilfreich für Familien

Damit würden gleich mehrere der kulturpolitischen Richtlinien verfolgt, hebt Erik Hörenberg, Fachbereichsleiter Kultur, hervor. Es gehe nicht nur darum, auszuprobieren und zu lernen, sondern auch darum, Chancengleichheit herzustellen.

Einige der Geräte seien teuer und vielleicht nicht für jede Familie erschwinglich, fügt Petra Wucherer, Leiterin der Stadtbibliothek, hinzu. „Uns ist es außerdem wichtig, nachhaltige Entwicklungen zu fördern.“ Auf diese Weise könnten Familien Geräte entweder für den einmaligen Gebrauch ausleihen oder testen, ob diese länger im Einsatz sein sollen und Geld in ein eigenes Gerät investiert werden soll.

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Einige der Geräte sind in größerer Anzahl angeschafft worden. Zum Beispiel gibt es 15 Tablets auszuleihen. Damit können Gruppen arbeiten. „Wir planen Workshops und eine Kooperation mit dem Café Connect“, sagt Wucherer.

Mit Filmprojekten, die die Bibliothek mit Schulklassen bereits in der Vergangenheit durchgeführt hat, konnte sie gute Erfahrungen sammeln: „Zu einem Film kann jedes Kind etwas beitragen.“ Kinder lernten dabei auch, hinter die Kulissen zu schauen und Videos mit mehr Verständnis und Distanz zu betrachten. Nicht zuletzt hofft sie, mit dem Angebot das männliche Klientel noch stärker anzusprechen und in die Bücherei zu locken.