Seit 22 Jahren setzt sich Hannelore Honold für Menschen mit einem Handicap ein. Mit einer Gruppe Gleichgesinnter schuf sie in Radolfzell einen Treffpunkt für junge Behinderte mit einem Angebot, das es damals nur in Großstädten gab: Im Querklecks konnten fortan Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung Freundschaften schließen, gemeinsam ihre Freizeit gestalten und deren Eltern einen halben Tag entlastet werden.

Stand in der Seemeile

Als ehemalige Gastronomin der Mettnau-Stube verkaufte Honold Delikatess-Suppen auf Radolfzeller Märkten, um für den Treffpunkt Spenden einzusammeln. Ein Anteil ihrer Kochbuch-Tantiemen fließt in den Jugendtreffpunkt ein. Und seit ihrer Pensionierung näht sie Stofftiere für ihre Spendenaktion. Diese kann man am verkaufsoffenen Sonntag, 27. März, an ihrem Stand in der Seemeile erwerben. Sämtliche Einnahmen fließen in den Querklecks.

Der Treffpunkt wird ausschließlich über Spenden finanziert. Lediglich die Räume werden von der Stadt gestellt. Ein anonym gebliebenen Bürger spendete dem Querklecks einen Teil von seinem Lottogewinn, erzählt Hannelore Honold: „Wir hätten uns gerne bei ihm persönlich bedankt. Aber wir konnten nie in Erfahrung bringen, wer der Spender war.“

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Vor zwei Jahren kaufte der Freizeittreff aus Spendengeldern ein Fahrradtandem. Kürzlich spendete die Radolfzeller Firma Hügli eine Küche für den Treff in der Güttinger Straße. Honolds Augen leuchten dabei vor Begeisterung: „Es ist sehr wichtig, dass die jungen Behinderten etwas machen.“ Mit der Gastronomin kochen sie nun in der neuen Küche gemeinsam. „Der Umbau sieht nun so freundlich aus und gibt uns allen solch eine Freude und einen Antrieb“, so Honold. In jedem der Kinder stecke eine spezielle Begabung, die nur auf eine Entdeckung warte, schwärmt sie.

Herzstück und Zugpferd des Treffpunkts sei Organisatorin Doris Kaipf. Dankbar sei sie auch dem Buchladen Greuter und dem Spielwarengeschäft Swars. Sie hatten geholfen, in der Pandemie Stofftiere zu verkaufen.